Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)
Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn
Opercularia sebestyénia sp. n. (Abb. 8) 0. Sebestyén fand in dem am 31. Mai 1950. neben der Király-Mühle (Nr. 20) gemeinsam gesammelten Material mehrere Psychodiden-Larven, welche zwischen den Fäden von Bangia atropurpurea lebten und machte mich auf die darauf sitzenden Epizoen aufmerksam. Diese durchscheinenden, schlanken Tiere mit ihren saftiggrünen Nahrungsvakuolen im farblosen Protoplasma bilden auf dünnen, farblosen, fein längsgestreiften Stielen überaus zierliche Kolonien von 2—4 Individuen. Oft sitzen jedoch nur Einzeltiere dicht nebeneinander. Die Oberfläche des Stieles ist uneben, stellenweise fein gewellt, bildet aber keine Querfalten. Das untere Stielende ist schwach abgerundet. Der Körper ist bilateral symmetrisch, nach unten allmählich verjüngt, manche Exemplare nickend. Der Diskus ist klein kegelförmig, von einer Rinfurche umgeben, in welche der adorale Cilienkranz eingepflanzt ist. Der bis unten gleichmässig dicke Hals ragt nicht weit über den schwach gewellten, dünnen Peristomsaum hervor. Gelegentlich der Kontraktion bildet der Peristomsaum mehrere derbe Längsfalten. Der Pharynx ist sehr geräumig, reicht aber nur wenig unter die Körpermitte. Die-Pulsationsblase liegt am Ende des ersten Körperdrittels. Der Ausführungskanal ist lang und eng. Der Kern ist wurstförmig, hufeisenartig gebogen und liegt etwas über der Körpermitte. Er war auch im Leben sichtbar. Die runden, bläschenartigen Nahrungsvakuolen enthielten je 1—2 Zoosporen und traten infolge deren lebhaft grünen Farbe, sowie der Durchsichtigkeit des farblosen Protoplasmas deutlich hervor. Die Pellicula ist glatt. Der Hauptstiel ist etwa halbkörperlang. Die immer sehr kurzen Endstiele wachsen in gleicher Höhe hervor. Die Länge des Körpers beträgt 60 (x, die grösste Breite 20—25 tt. Pseudocarchesium rhyacophilae sp. n. (Abb. 18) Dicht unterhalb der Király-Mühle (Nr. 20), wo das vom Mühlenrad hinabstürzende Wasser am besten durchlüftet war, fanden sich an den Tracheenbüscheln der Larve von Rhyacophila evoluta äusserst selten zweigliedrige Kolonien dieser neuen Art. Wie alle an die Atmungsorgane spezialisierte Arten, ist auch dieses Tier im höchsten Masse sauerstoffbedürftig. Wahrscheinlich lösen sich die Epizoen noch während des Transportes von Substrat los und sind aus diesem Grunde so selten zu finden. Der Körper ist eiförmig, unter dem Peristomsaum nur sehr schwach eingezogen. Der Peristomsaum ist daher nicht deutlich vom Körper abgesetzt, sondern nur durch eine schwache Verdickung angedeutet. Kontrahiert nehmen die Tiere eine regelmässige Eiform, ohne Schnauzenbildung an. Der Diskus ist gewölbt, die Cilién nicht sehr kräftig. Der Schlund reicht ungefähr bis zum Ende des ersten Körperdrittels. Die Pulsationsblase mündet,* etwa unter dem Peristomsaum ungefähr in den mittleren Abschnitt des Schlundes. Der Kern ist hufeisenartig gebogen, seine Lage verschieden. Er ist im durchscheinenden Körper auch im Leben sichtbar. Die Pellicula ist glatt. Der stufenartig ausgebildete Stiel ist dem Leben an den ständig vibrierenden Atmungsorganen angepasst. Sein Stielmuskel reicht fast bis zum unregelmässig abgerundeten Ende. Die Höhe der Stiele erreicht höchstens eine 1%-fache Körperlänge. Die Länge der Tiere beträgt 55—60 ju,, die grösste Breite 30—35 jijt.