Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)

Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn

Dendrocomètes von diesen Rotatorien ernährt. Ihr Körper war mitunter mit grossen, bräunlich-gelben Nahrungsvakuolen vollgepfropft, welche mit der Farbe des Darminhaltes von Rotaria magna übereinstimmte. Dendrocometes erschien bereits in den Vászolyer Quellen. Im reinen Wasser der brunnenartig gefassten, be­deckten Quelle (Nr. O.b) lebten nur wenige verkümmerte Exemplare. In der benachbarten, verunreinigten offenen Quelle (Nr. 0. a) hingegen waren schön entwickelte Exemplare oft massenhaft. ím Babvölgy (Nr. 5) fehlte diese Art vollkommen und trat erst bei den Schleusen (Nr. 6 u. 7) wieder vereinzelt auf. Ihr Hauptverbreitungsgebiet waren ruhig fliessende, verschlammte Abschnitte des Tales Szakadékvölgy und der Viehtränke (Nr. 12 u. 16). Unterhalb der Vieh­tränke, kam sie nicht mehr vor. Vorticella similis, campanula, marginata und octava sind Ubiquisten und leben in stillleren Abschnitten, wo sie zufällig hingerieten. Infolge ihrer euryöken Natur vertragen sie, bei entsprechender Durchlüftung, einen mehr oder minder hohen Grad der Verunreinigung. An den langflutenden, dunkelgrünen, rauem Fäden von Cladophora glomerata Status incrustans (det. E. Kol) im Szakadékvölgy (Nr. 13) sassen wenige Exem­plare der sehr seltenen Vorticella chlamidophora, welche ich in Ungarn nur ein­mal, im eutrophen Wasser eines verlandenden Fischteiches bei Szeged gefunden habe (Stiller, 1941). Rhabdostyla sp. (Abb. 1) * Am 21. IX. 1951 fanden sich mehrere Exemplare dieser eigenartigen Rhab­dostyla an den Beinen einer Sperchon-Nymphe (Hydrachnella, det. L. S z a 1 a y , Budapest) aus der Viehtränke (Nr. 16). Eigentümlich und auffallend ist das vollständige Fehlen des adoralen Cilien­kranzes. Der Diskus ist sehr breit und flach, der Schlund kurz. Die kleine, langsam pulsierende Pulsationsblase liegt im ersten Körperdrittel, rechts vom Schlünde. Das Protoplasma ist stark granuliert und getrübt. Form und Lage des Kernes konnte nicht festgestellt werden. Die Pellicula ist glatt. Der dünne Stiel ist oft gebogen, farblos und hyalin, ungefähr halb körperlang. Die Länge des Körpers beträgt 30 /x. Epistylis gammari Precht (Abb. 2) Im Mai und Juni 1950 war diese Art im Tale Babvölgy in grosser Zahl fast ausnahmslos an jedem Exemplar von Gammarus fossarum zu finden. Bei den Schleusen (Nr. 6 u. 7) kam sie nur selten und vereinzelt vor. Im Jahre 1951. war sie auch im Bábvölgy nur äusserst selten. • Die Körperform weicht in manchen unwesentlichen Merkmalen von der aus der Kieler Bucht beschriebenen Stammform . ab und entspricht eher der von N e n n i n g e r (1948) erwähnten Bachform aus der Umgebung von Erlangen, mit dem Unterschied, dass der Diskus immer gewölbt war. Die Pulsationsblase liegt auch hier unter dem Peristomsaum. Die Pellicula ist glatt. Der Stiel zeigte keine Längsstreifung und war immer stark gerunzelt. Im Jahre 1951. war die Stielwand dünner, meist wasserhell und die durch die Querrunzeln begrenzten Abschnitte nicht so wulstartig hervortretend, wie im kompakter gebauten Stiel der im Jahre 1950. gefundenen Form. Die Stielwand war daher nicht eingeschnürt, sondern nur zerknittert. Am unteren Ende ist der Stiel haftplattenartig verbreiterte Kurzgestielte Einzeltiere oder kleine Kolonien von 2—4 Zooiden sitzen an den Beinen, Kolonien mit 1 y 2 —2mal körperlangem Stiele in den Coxa oder, mit-

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