Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)

Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn

Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn Von J. Stiller, Budapest Der etwa 7,5 km lange Pécsely-Bach entspringt aus mehreren Quellen im Hügelland oberhalb der Ortschaft Pécsely. Talabwärts fliessend nimmt er nach etwa 3 km im flachen Wiesen­sumpfgebiet des Pécselyer Beckens den etwa 5 km langen Vászolyer Arm auf, welcher aus dem Dolomitgestein des Dorfes Vászoly entspringt. Der nach der Vereinigung nun stark angeschwol­lene Pécsely-Bach mündet nach etwa 4,5 km bei der Ortschaft Örvényes in den Balaton-See , wo er sich im weit vorgedrungenen Uferröhricht verliert. Der Bach gliedert sich in mehrere, ökologisch gut unterschiedene Abschnitte, welche sich auch auf Grund ihrer Lebewelt voneinander unterscheiden. Eingehender wurde der interessantere und abwechslungsreichere Vászolyer Arm und der nach der Vereinigung folgende Bachabschnitt bis zur Mündung in den Balaton-See untersucht (Mai und Juni 1950, April, Juni, August, Sep­tember 1951). Im Quellengebiet des Pécselyer Armes wurde nur im Mai 1952 gesammelt. Der Bach ist durch einen sehr hohen Kalkgehalt gekennzeichnet, welchen schon die auf­fallende und mit der Jahreszeit ständig zunehmende Tuffenbildung verrät. Gegen die Mündung stufenweise abnehmend bewegte sich der Gehalt an HC0 3 zwischen 641—406 mg/1, der Gehalt an Ca++ zwischen 100—37 mg/1. Der pH-Standard bewegte sich zwischen 7,90—8,10 (Bestim­mungen von B. E n t z, Tihany). Der starken Strömung entsprechend, war die Lebewelt dieses Baches verhältnismässig arm. Planktische Organismen traten nur an wenigen geschützten Orten auf und waren nur durch wenige Exemplare vertreten. Über die Ökologie der einzelnen Biotope wird in einer kollektiven Arbeit der limnologischen Arbeitsgemeinschaft des Biologischen Forschungsinstituts in Tihany berichtet. Diese Arbeit soll nur über jene Ergebnisse berichten, welche ich im Rahmen dieser Arbeitsgemeinscheft gelegentlich der Untersuchung der Protozoenfauna und ihrer Lebens­bedingungen im Pécsely-Bach erzielte. Insgesamt wurden 41 Protozoen-Arten bezw. Formen gefunden. 36 Arten führten eine sessile, 2 Arten eine halbsessile Lebensweise. 10 Arten, 2 Varietäten und 3 Formen sind für die Wissenschaft, 1 Art für die ungarische Fauna neu. Die gefundenen Protozoen sind in Tafel I nebst Angabe des genaueren Fundortes, der Häufigkeit des Vorkommens und des Substrates zusammengefasst. Bei der Angabe der Häufigkeit bezeichnet + vereinzelt, ++ ziemlich selten, + + + häufig, + + + + massenhaft. Wie aus den Angaben der Tafel I hervorgeht, bestand der überwiegende Teil der Protis­tenfauna aus epizoischen Arten. Käfer und Wanzen waren, bis auf eine an der unteren Fläche der vom Wasser überrieselten Steine der tümpelartig ausgebreiteten Viehtränke (Nr. 16.) lebende Dryopiden-Art nicht besiedelt. An jenen Stellen, an welchen die Wasserbewegung sehr lebhaft war, lebten Rhyacophila-Larven in grossen Mengen. An diesen Tieren sassen Epistylis rhyacophilae und nympharum, sowie Pseudocarchesium rhyacophilae. Asellus aquaticus war in diesem Bache überall sehr selten und kam in den meisten Abschnitten überhaupt nicht vor. An den gefunde­nen Exemplaren lebten keine Epizoen. Die Amphipoden erreichten aber überall eine Massen­entwicklung, da ihnen erstens das kalkhaltige Wasser ein günstiges Aussenmedium bildete, anderseits ausser ganz vereinzelt auftretenden Dendrocoelum lacteum, an welchen Trichodina steinii lebte, keine ihr feindlichen Turbellarien, Fische oder andere Vertilger vorkamen. Vom Quellengebiet in Vászoly bis zur Bikki-Mühle (Nr. 2), am Eingang des Tales Babvölgv, lebte Carinogammarus triacanthus Schaff. Die Bikki-Mühle bildet die Grenze des verschlammten Bachab­schnittes und gleichzeitig auch der Verbreitung von Carinogammarus triacanthus. Im Buchen­wald des Tales Babvölgy (Nr, 5) beginnt das Hauptverbreitungsgebiet von Gammarus fossarum Koch. Carinogammarus gelangt nur auf passive Art, durch die Strömung mitgerissen hierher und bildete nur etwa 1—2% der Amphipodenfauna. Der spezifische Symphoriont von Gammarus fossarum war Epistylis gammari und ihre beiden Formen rotunda und nodosa, welche in den übrigen Bachabschnitten nicht vorkamen. Auch Zoothamnium microdiscum scheint sich auf Gammarus fossarum zu spezialisieren. Auf den steinigen Bachabschnitt des Babvölgy, in welchem

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