Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 40. (Budapest 1947)

Kolosváry, G.: Die Balaniden der Adria

35 Da unsere Art eine typische Form der Gezeitenzone ist, müssen wir uns mit der Frage des latenten Lebens naher befassen. Diesbezüg­lich verdanken wir Bruno Monte rosso sehr viele und wertvolle Beobachtungen. Nach Monte rosso (102—6) ist das Latenzstadium der Art Chthamalus st. st. depressa ähnlich dem der Rädertiere und Bärentierchen; die Art kann nach ihm in Süsswasser 4 Wochen am Leben erhalten werden. Anabiotische (ausgetrocknete) Exem­plare „leben" in Süsswasser „wieder auf". Trocken können die Exem­plare bis zu 119 (140) Tage am Leben erhalten werden. Wenn die Tiere aber 30 oder 90 Tage in Meerwasser gehalten werden, so kön­nen sie nachher 2 Jahre lang ohne Schaden trocken liegengelassen werden. Nach der Rückkehr von meinen Adriareisen konnte ich in Budapest ebenfalls feststellen, dass die mitgebrachten trockenen Exemplare noch monatelang lebten und nicht zugrundegingen. Chthamalus stellatus (Poli) im Vergleich zu anderen Arten. In meiner Arbeit (78) stellte ich nach eigenen Untersuchungen verschiedene Chthamalus-F ormenkreise auf, uzw.: stellatus, eau da­tas, cirratus, Hempbeli, anisopoma und Challengeri. Im Mittelpunkt des stellatus-Kreises steht natürlich die Art Chthamalus stellatus (Poli). Diese Art besitzt folgende Haupt­charakteristika: Apex des Scutums bildet einen Winkel von 90°. Dann folgt eine morphologische Spaltung in zwei verschiedene Richtungen. Die Variationen von Darwin: communis var. c und communis var. e stellen die gerade Fortsetzung der Variations­norm des Typus dar. Die eine Richtung wird von Chthamalus st. f. punctatus . Chthamalus st. angustitergum und Chthamalus st. bisinuatus vertreten. Bei diesen Formen wird das Tergum eng, aber dick, das Scutum mehr oder minder dem des Typus entspre­chend. Die Entwicklungsrichtung führt zu den Formen von Chtha­malus stellatus fragilis, die ein breites Tergum und ein mehr oder minder typisches Scutum zeigen. Bei der Variation des Typus ver­halten sich die Terga und Scuta gleichförmig. Diese Variation führt schliesslich zu den Formen Chthamalus st. st. f. depressa und cirrata. Hier wird das Scutum spitziger (Apex-Winkel kleiner als 90), das Tergum aber länger und schmäler. Unsere Art können wir also — wegen der breiten, dynamischen Variationsfähigkeit — nur mit Bezug auf die Formenkreise beur­teilen, so dass man in Wirklichkeit nur von Unterarten, Formen reden kann. Es muss also die Jetztzeit als eine Epoche aufgefasst

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