Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Sztrókay, K.: Über den Wehrlit (Pilsenit)
96 So entsteht das dritte isomorphe Glied, Bi 2TeS 2, von welchem oben nur in einigermassen hypothetischem Sinne die Rede war. Die aus den zur Verfügung stehenden Angaben berechneten Gitterdimensionen dieser Verbindung sind folgende: a = 24 n12'54" a r h = 10,11 a, = 4,24 c 0 = 29,43 Während das Verhältnis Te : S im normalen Tetradymit 2 : 1 beträgt, erscheint es in dieser Variation als 1 : 2. Die Veränderung der Gitterausmasse wird also durch verkehrte Substitution der S-Atome mit ihrem kleineren Radius bedingt; die Lage der Gitterpunkte ist deshalb hinsichtlich der Te- und S-Atome eine gegensätzliche. Nach Hark er (12) kommt im Tetradymitgitter der Abstand o der gegenüberstehenden Te-Nachbarschichten (3.69 A) der kleinsten Entfernung zwischen zwei nicht gebundenen elementaren Te-Atomen (3.74 A) sehr nahe. Es wird daher offensichtlich, dass wir bei der vertauschten Lage der Te- und S-Atome auch für die S —S-Schichten mit derselben Erscheinung zu rechnen haben. Diese Isomorphie kann zugleich auch die Sättigung des Gitters mit Schwefel bedeuten d. h. die triagonale Gitterordnung wird eben noch durch die in der Mitte des fünffachen Atomschichtenkomplexes (S —Bi — Te —Bi —S) stehende TeSchichte gesichert. Die Einlagerung eines weiteren S-Atomes zerstört die Stabilität, d. h. das Mineral zerfällt in Wismutglanz und Tellurwismut (oder Tetradymit), wie dies seinen Beweis auch durch die mikroskopische Untersuchung findet. H a r k e r stellte übrigens in der Bindungsweise des Tetradymits eine gewisse Besonderheit fest. Die homöopolare Kovalenz würde nämlich erfordern, dass an jedes S-Atom die zwei am nächsten stehenden Bi-Atome gebunden würden und an jedes Bi-Atom die drei zunächst stehenden Atome (1 S und 2 Te). Anstelle dessen wies nun Hark er für das BZ-Atom sechs Nachbarn (3 S und 3 Te) nach, für das S-Atorn 6 Bi und schliesslich für das Te-Atom 3 Bi und 3 Te. Nach seiner Ansicht muss daher im Gitter eine gewisse Torsion bestehen, die aber so geringfügig ist, dass sie mit den heutigen Hilfsmitteln nicht nachgewiesen werden kann. Weiters deuten nach seiner Auffassung das Fehlen der kovalenten Bindungen und andere physikalische Eigenschaften auf den Metallzustand des Materials hin. (Nach der Literaturangabe war in einzelnen Wismuttelluriden auch mehr-weniger Se nachzuweisen. So spielte in dem als Jóséit bezeichneten Wismuttellurid neben Schwefel auch das Selen die Rolle eines beständigen isomorphen Elements. Der Radius des Selens liegt