Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)

Stiller, J.: Beitrag zur Kenntnis der Peritrichenfauna der Schwefelthermen von Split

29 Wenn aber das Wasser gesundheitsschädliche Stoffe enthält, wie z. B. der in der Badequelle sehr hohe Gehalt an Schwefelwasserstoff und sonstigen Zersetzungsstoffen, dann tritt sofort die Notwendigkeit einer raschen und möglichst vollkommenen Ausscheidung dieser Stoffe ein, welche das Anwachsen der Pulsationsblase nach sich zieht und zur Vergrösserung der Adsorptionsfläche, oft sogar zur Bildung von Ne­benblasen führt. Auf diese Weise erhält man unter dem Mikroskop das irrefüh­rende Bild, als würde man ein in stark hypotonischem Medium lebendes Tier untersuchen, welches in der Zeiteinheit eine sehr grosse Wasser­menge ausscheiden muss, um seinen Körper, bezw. sein Protoplasma vor einer vollkommenen Verflüssigung zu behüten. Es taucht nun naturgemäss die Frage auf, woher die Tiere plötz­lich über diese grosse Wassermenge verfügen, welche sie mittels ihrer stark vergrösserten Blase in rascher Reihenfolge auspumpen. Eine teil­weise Erklärung finden wir in dem auffallend dünnflüssigen Inhalt der oft ungewöhnlich grossen NahrungsVakuolen . Dieselben enthalten meist so viel Wasser, dass die sich darin befindlichen Nahrungspartikelchen eine lebhafte Brownsche Molekularbewegung ausführen, während die Nahrungsvakuolen saprober Peritrichen meist einen ganz dichten Inhalt besitzen. Anderseits kann fast regelmässig festgestellt werden, da.ss sich das Ektoplasma der Tiere nicht scharf gegen das Entoplasma abgrenzt; dieses ist nicht hyalin und so lichtbrechend wie bei den Peritrichen kla­rer, reiner Gewässer. Dies bedeutet, dass die Gelifikation nicht so hoch­gradig ist und die Tiere auch durch ihre Pellicula mehr Wasser auf­nehmen als unter normalen Verhältnissen. Die erhöhte Permeabilität der Körperoberfläche steht höchstwahrscheinlich ebenfalls mit den ge­sundheitsschädlichen Substanzen des Aussenmediums in Verbindung, deren verflüssigende Wirkung ebenfalls durch die erhöhte Tätigkeit der Pulsationsblase ausgeschaltet werden muss. Die tiefer im Meere, also bereits in etwas reinerem Wasser lebende Vorticellci d'udekemi besitzt scheinbar keine Pulsationsblase (S. 38) und verschwindet, sobald sich in ihrer Umgebung die Schwe­felbakterien parallel mit der Zunahme des Schwefelwasserstoffes auf­fallend vermehren, da die in Split beobachtete Rasse in Ermangelung einer gut arbeitenden Pulsationsblase der Notwendigkeit einer raschen Exkretion nicht angepasst ist. Die von d'U d e k e m bei Ostende ge­fundene Stammform besass eine gut ausgebildete Pulsationsblase (Kahl, 1935, S. 715, Fig. 24—25).

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