Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Zimmermann, Á.: Über das Pankreas und seine Langerhans'schen Inseln
8 Laguesse nach, dass die vollwertigen Drüsenzellen der Pankreasacini bei starker Vaskularisation ihre Zymogenkörnchen verlieren und sich zu Inselzellen umwandeln. Diese Veränderung kann auch umgekehrt vorsichgehen, ein Prozess, welchen Laguesse als strukturelles und funktionelles Balancement bezeichnete. Nach der Balancera ent-Theo rie von Laguesse entstehen die Langerh ans'sehen Inseln während des Lebenslaufes aus den exokrinen Drüsenendkammern; die Pankreasacini werden zu Langerhans'schen Inseln umgestaltet, funktionieren eine Zeitlang als solche, dann gehen sie zugrunde; unterdessen wuchern wieder neue Inseln aus den Drüsenröhren hervor. Für diese Labilität der Pankreasinseln spricht auch die Beobachtung von Vincent und Thompson, nach welcher während des Hungerns die Zahl der Inseln anwächst und nachher bei normaler Ernährung wieder auf ihre normale Menge zurückkehrt. Demgegenüber halten viele Forscher die Langerhans'schen Inseln für beständige Gebilde; nach Helly, Piazza, Heiberg, Küster u.a. soll das exokrine und endokrine Pankreas in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Besonders H e i b e r g bestreitet scharf die L a g u e s s e'sche Balancement-Theorie und behauptet, dass die Langerhans'schen Inseln endgültig Inseln bleiben und sich nie in exokrine Gewebe umgestalten und dass auch aus letzteren postfetal nie Inselgewebe entsteht. Neben diesen beiden Ansichten tauchte auch noch eine dritte auf. Weichselbaum und Kyrie halten es zwar ebenfalls für ausgeschlossen, dass das Acinusgewebe in Inselgewebe übergehen soll, doch stellen sie fest, dass sich die Pankreasinseln postfetal aus dem Epithel der Gänge neu bilden. Weichselbaum, Ferner u. a. konnten unzweifelhaft nachweisen, dass die Inselbildung unter normalen Verhältnissen mit der Geburt noch kein Ende nimmt. Neuerdings untersuchte L. B a k a y j u n. die Regeneration der Langerhans'schen Inseln unter pathologischen Verhältnissen und stellte fest, dass die Regeneration auf verschiedene Weise zustandekommt. Meistens erfolgt sie durch Epithelproliferation der exokrinen Ausführungsgänge, doch auch das Epithel der Acini kann sich zu Inselgewebe umgestalten. Die Ergänzung besteht auch im Alter. Trotz vollkommener Exstirpation des Pankreas entstand bei einer trächtigen Hündin kein Diabetes, da hier im embryonalen Pankreas eine Kompensationshypertrophie auftritt, die das Insulindefizit der Mutter ersetzen kann. Ebenso fand B a k a y bei einem während der Geburt gestorbenen Kind einer Diabetikerin viele und grosse (300—800 u Durchmesser) Langerhans'schen Inseln im Pan-