Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)

Sztrókay, K.: Über den Wehrlit (Pilsenit)

98 gen vollkommen. Leider arbeitete H o f m a n n die eingehendere Be­stimmung des Wismutglanz-Gitters nicht aus. so dass wir die Abstände der Bi —S-, Bi —Bi- und S —S-Atome voneinander nicht kennen, die wir aber zum Vergleich der vorliegenden Struktur benötigen würden. Aus den Details der Struktur des Wismutglanzes ist aber auch so schon der zwischen den Strukturen des Tetradymits und Wismut­glanzes bestehende Zusammenhang zu erkennen. Das Prinzip ist fol­gendes: Jedes ßi-Atom besitzt 3 am nächsten liegende S-Atom-Nach­barn, welche sich an der einen Seite in einem annähernden gleichseiti­gen Dreieck anordnen. Die Verbindungslinien zwischen Bi und S ver­laufen also so, wie die von einem Eckpunkt eines Würfels zu den 3 nächsten Ecken ziehenden Kanten. Im Prinzip verbinden sich zwei Bi —S—ßi-Ketten auf diese Weise miteinander und es kommen so mit der Längsrichtung (c) parallele bandförmige (Biß c)n Gitterkomplexe zustande. Die breitere Seite der Bänder ist der Spaltfläche zugewen­det. Die am Rande der Bänder stehenden S-Atome sind von den gleich­wertigen Nachbarn sehr weit entfernt; die Anordnung der Gitter­punkte innerhalb der Bänder verrät ziemlich auffallende geometrische Verhältnisse. Die Umwandlung der Schichtengitterstruktur des Tetradymits zu einer Bänderstruktur kann daher nur so vor sich gehen, dass in der Schichtenebene durch die Veränderung der Bindungsabstände eine starke Deformation eintritt. Diese Deformation wieder wird durch Kontraktion, bezw. durch Dilatation der einzelnen Atom-Entfernungen bedingt und so zerreissen also die Schichten in Bänder. Die breiteren Flächen der Bänder ordnen sich annähernd nach der Schichtenebene an und die Orientierung der Spaltbarkeit wird in beiden Mineralen übereinstimmend. Wie schon erwähnt, sind die Atom-Abstände des Wismutglanzes unbekannt, weshalb sich die Einzelheiten der Deforma­ticnsart bisher nicht genauer ermitteln liessen. Die am Antimonit nach­gewiesenen Verhältnisse können aber als Vergleichsbasis dienen, d. h. aus der Beschreibung der Struktur des Antimonits, bezw. Wismut­glanzes, sowie der gittergeometrischen Verhältnisse des Tetradymits lässt sich die skizzierte Strukturumwandlung ableiten. Nehmen wir nämlich den entsprechenden Anteil der von Har­ker veröffentlichten (12) Schichtengitterstruktur in Augenschein und vergleichen ihn mit dem entsprechenden Teil des Wismutglanz­gitters, so erhalten wir die in Abb. 6 dargestellten Bilder. Diese Abbildungen demonstrieren zugleich auch die mitt­leren Momente der oben geschilderten Umwandlung. Die Defor-

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