Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 38. (Budapest 1945)

Rotarides, M.: Zur Mikromorphologie des Fusses der patelloiden Schenken

29 Schnecke bewegt, so leistet sie zugleich dem sich ebenfalls bewegenden Wasser einen Widerstand. Wird die entgegengesetzte Kraft des Was­sers grösser, so wird das Tier gezwungen, seine vorteilhafte Lage (Nah­rung, Weideplatz!) auf irgendeine Weise zu schützen. E^ muss sich am Felsgrund festsaugen oder festwachsen und benötigt hiezu einen Fuss mit breit elliptischem bis kreisförmigem Umfang, der ähnlich einer Haftscheibe wirken kann. Diesem Schritt des Umwandlungspro­zesses folgt nun ein weiterer. Während die phylogene­tisch erworbene Lokomotionsfähigkeit im all­gemeinen erhalten bleibt, wird die Rückzieh­muskulatur zu Haftmuskeln umgebildet. Dies er­folgt in der Weise, dass der Spindelmuskel (Rückziehmuskei des Tie­res) parallel mit der Einsenkung (Verschiebung nach vorne) des Ein­geweidekomplexes immer mehr und mehr einen zur Transversalebene parallelen Verlauf nimmt, d. h. also, dass dieser Muskel zugleich von seiner schrägen Lage immer mehr und mehr zur Vertikalmuskulatur wird. Dass aber die Dorsoventralmuskulatur der patelloiden Schnecken trotzdem nicht senkrecht zur Fusssohle verläuft, kann ausser durch raumökonomische Gründe hauptsächlich durch die Funktionsmechanik erklärt werden. Unterstützt wird dieser Gedankengang durch die verschiedenen Abstufungen des Patellismus, welche auch in der Ausbildung der Muskulatur Ausdruck finden. Den Vorgang der Patellisierung können wir am besten verfolgen, wenn wir die zum Patellismus neigende ßadiarGruppe des Genus Limnaea betrachten. Die Spindel ist hier verkürzt und der letzte Umgang gross und aufgeblasen. Im Vergleich zu den schlankeren Arten des Genus Limnaea entspringt der Spindel­muskel auf breiter Fläche. Je fortgeschrittener der Pa­tellismus ist, umso breiter ist auch der Ursprung des Spindelmuskels, so z. B. bei Haliotis, wo er durch die Senkung des inneren Organkomplexes eine Zweiteilung erleidet. Bei Calyptraea entspringt der Spindelmuskel an einer sehr breiten Fläche vom Schalenseptum, wobei er seinen einheitlichen Aufbau beibehalten zu haben scheint. Sehr vollkommen ist der Patellismus bei Patella und bei den Ancyliden. Bei beiden Formen ist der Organkomplex nach vorn herabgerückt, wodurch der Spindelmuskel in zwei Hälften geteilt ist. Als drittes Element kommt noch die interessante Erscheinung hinzu, dass patelloide Schnecken zur symmetrischen Aus­bildung, bezw. Lagerung gewisser Organteile, vor allem der Muskulatur neigen. Bei Formen, welche sich noch auf einer Vorstufe der Patellisierung befinden, z. B. Haliotis, ist

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