Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)

Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie

Man kann auch die Frage stellen, ob nun die Paläontologie auch zu dem zu erwartenden biochemischen Weg der Entwicklung Bezie­hungen herzustellen vermag. Wie wir aus den Ergebnissen von M o e­V u s und Kühn sahen, kann das Problem so formuliert werden, wie einer biochemischen Struktur eine morphologische entspricht. Die Paläontologie kann dann an diese Richtung anknüpfen, wenn sie an den Fossilien Strukturen nachzuweisen vermag, die 1. mit einer biochemi­schen Struktur zusammenhängen, 2. genotypische ständige Merkmale der Rasse sind. Vorzügliche Beispiele dafür bilden einzelne in der Scha­lenstruktur der Mollusken nachweisbare Merkmale, auf die bereits Wedekind aufmerksam machte (76). Diese sind Anzahl, Winkel, Form u. a. m. der die Säulen aufbauenden Plättchen oder Fibrillen. Bekanntlich bildet die Schale der Mollusken zum grossen Teil CaCO das sich mit einem Eiweiss (Globulin) verbindet, nicht nur physi­kalisch, sondern auch chemisch, — so dass ein Globulin-Kalziumsalz entsteht. Es ist anzunehmen, dass dieses Globulin -von spe­zifischer Eigenart ist; in diesem Fall kann aber seine freie Bindung mit CaCO s je nach Arten an abweichenden Stellen vorkommen. Die spe­zifischen Züge in der Schalenstruktur verschiedener Arten können auch auf diesem Wege erfasst werden. Dabei aber dürfen auch die mechani­schen Voraussetzungen der Entstehung nicht vernachlässigt werden. Naturgemäss hat die Schalenstruktur auch durch andere äussere Kräfte bedingte Merkmale, aus denen sich ihre individuellen Unterschiede und die nach Fundorten ergeben. Zur Trennung dieser ist innerhalb einer Art das Material mehrerer Fundorte mit statistischen Methoden auf­zuarbeiten. Jedenfalls kann diese Richtung nur mit der parallelen Be­arbeitung grösserer, wohlerhaltener fossiler und rezenter Formenkreise begonnen werden. Wesentlich ist, dass die Methode nicht Fehler ergibt, die jede Schlussfolgerung hinfällig machen (so können z. B. morpho­logische Unterschiede durch Schliffe mit unrichtiger Flächenführung herbeigeführt werden). Bei den rezenten Formen kann dann vielleicht die morphologische Struktur mit einer biochemischen und umgekehrt in Zusammenhang gebracht werden. — Selbstverständlich steht bei den Fossilien stets nur die Analogie zur Verfügung, indem wir aus dem gleichen Gefüge auf die gleiche biologische Struktur schliessen. Zwei­fellos ist, dass diese Methode auch ohne biochemische Zusammenhänge zahlreiche Probleme der Morphologie beleuchtet. Natürlich ist nicht dies die einzige Möglichkeit, die sich der Weiterentwicklung der Paläon­tologie bietet. Gewiss gibt es auch früher betretene und bewährte Wege. Man denke nur an die geistvolle Untersuchung Richte r's, der die kennzeichnende Körperhaltung der Urwürmer auf Grund von

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