Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)

Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie

Zusammenhänge zwischen der Umwelt und den morphologischen, sowie funktionellen Änderungen; sie erschöpften auch die weitgehenden Mög­lichkeiten dieser Richtung für die Stammesentwicklung, ja übertrieben sie bis zu einem gewissen Grade. Nicht weniger wichtig ist indessen vom Standpunkt der Mikroevolutionsforschungen aus die Untersuchung des Einflusses der Umwelt auf die Rassen. Allerdings bedarf es genauer und eingehender Untersuchungen. Chen-Ya-Shih untersuchte bei den marinen Mollusken den Zusammenhang zwischen Grösse und Dicke der Schale mit der Wärme und dem Salzgehalt und fand das Wärmeopti­mum fast je nach Rassen verschieden. Unter und über diesem Optimum aber war die Körpergrösse — wahrscheinlich infolge Hemmungen im Stoffwechsel — bereits kleiner. Dagegen trat unter kälterem Klima die Abweichung von dem Optimum bei einigen Rassen in der Zunahme der Grösse hervor. Die Schalendicke war innerhalb von Individuen derselben Art unter kälterem Klima geringer (bei höherem Wärmegrad geht die Kalkausscheidung schneller vor sich). Dem Salzgehalt wird bei der Grössengestaltung der Mollusken bereits seit langem eine hohe Bedeu­tung zugeschrieben. Chen-Ya-Shih stellte fest, dass eine geringe Änderung des Salzgehaltes im allgemeinen mit keinerlei nachweisbaren Änderung in der Grösse der marinen Mollusken verbunden war. Ein eigen­artiges Zwergwachstum und eine dünnere Schale tritt zuerst bei dem Sinken des Salzgehaltes unter 3 v. H. auf (Schwarzes Meer, Ostsee). Ruttner fand bei der Steigerung des Salzgehaltes über 3—4 v. H. eine sprungartige Abnahme in der Anzahl der Rassen. Chen-Ya-Shih wies auf Grund der anatomischen Untersu­chung der Niere nach, dass bei der Abnahme des Salzgehaltes Störun­gen im Stoffwechsel auftreten (15). Die Paläontologie suchte für die Deutung der Mikroformen oft biologische Analogien, doch standen ihr mangels exakter Versuche eher nur fernliegende Zusammenhänge zur Verfügung. Auf solcher Grundlage erblickte N o p c s a die Ursache des Zwergwachstums in der Isolation (54). K u t a s s y führt die Zwergfauna von mittelmiozänen Mollusken im Komitat Borsod auf die durch die Überwucherung der Uferflora hervorgerufenen hemmenden Umstände zurück (48). (Auf Grund ähn­licher Beobachtungen von Hesse und Puchs). Jedenfalls wird die Bedeutung des verminderten Salzgehaltes durch das Vorhandensein einer Koralle noch nicht ausgeschaltet, wie dies K u t a s s y glaubte. Auf die Wichtigkeit der Umweltseinwirkungen machte im Zusam­menhang mit Limnaea auricularia bereits C. R. Böttger auf-

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