Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)

Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie

Grenzen der Änderungen, innerhalb deren der Organismus den Wand­lungen äusserer Kräfte zu folgen vermag, d. h. man erblickt in der Anpassung keine Zweckmässigkeit mehr (Dotterweich), sondern spricht von umkehrbaren Reaktionen, in denen sich das Verhältnis der Komponenten ändert. Anderseits ist auch die Bedeutung der Umwelt nicht gering zu schätzen, besteht doch zwischen dem Lebewesen und der Umwelt eine so innige Beziehung, dass die Änderung des einen unbedingt auch auf die andere auswirkt (22). Indessen hat die Wand­lung der Lebewesen je nach Rassen und Eigenschaften abweichende engere oder weitere Grenzen (Chromosomen, Gene), die durch auf eine Eigenschaft bezogene, variationsstatistische Untersuchungen fest­gestellt werden. Allerdings ist in der Paläontologie die Trennung der erblichen, durch die Umwelt bedingten Merkmale mit einer gewissen Schwierigkeit verbunden. Dennoch gelingt sie bei grösserer Individuen­zahl und mehreren Fundorten mit annähernder Sicherheit. (In der Paläontologie wurde diese Methode zuerst von W e d e k i n d ange­wandt). Jene Merkmale, die unabhängig von dem Fundort sämtlichen Exemplaren gemeinsam sind, dürfen ruhig als erblich betrachtet wer­den. Allerdings wird ein grosser Teil der Merkmale je nach den Fund­orten Unterschiede aufweisen. Das Weiterschreiten ermöglichen biologische Analogien. Mutatio­nen dürften eigentlich nur bei der Ausschaltung von Wachstumsformen, Geschlechtsdimorphismen und geographischen Variationen angenom­men werden. Zweifellos ist dies mangels entsprechender Analogien nicht möglich. Dennoch gaben Neumayr, Nopcsa und Richter zahlreiche Beispiele für die Gangbarkeit dieses Weges. Naturgemäss kommt unter den biologischen Grenzen in erster Linie die Beschaffenheit, die Art der Erhaltung des paläontologischen Fundes in Betracht. Es ist selbstverständlich, dass in Harz oder Naphta erhaltene ganze Leichen bedeutend weitere Deutungsmöglich­keiten bieten, als z. B. ein Steinkern. Die Tatsache, dass ein beträchtli­cher Prozentsatz der Fossilien aus Hartteilen (z. B. Zähnen, Schuppen u. a. m.) besteht, führte zur kräftigeren Entwicklung jener Richtung der Biologie (bezw. ist hoffentlich eine solche Entwicklung noch zu erwar­ten), die die Korrelation der Ausbildung dieser erhaltenen Teile mit anderen Organen, bezw. deren Funktionen bearbeitet. Wahrscheinlich kommt die Raumgewinnung des Holismus dieser Richtung zugute. Im wesentlichen ist der Holismus eben die Ausdehnung des Korrelations­gedankens auf das Ganze, eine Umkehrung des kühnen Gedankengan­ges von C u V i e r, nach dem das Ganze auch den Teilen sein Gepräge verleiht (C u v i e r schloss aus den Teilen durch Korrelation auf das

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