Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 36. (Budapest 1944)
Rotarides, M.: Praeglaciális csigák a Solymári-barlangból
9. Fruticicola unideniata DRAP., ein Exemplar. 10. Helicodonta obvoluta MÜLL., mehrere Exemplare. 11. Monacha incarnata MÜLL., mehrere Exemplare. 12. Cepaea vindobonensis C. PFR., zwei Exemplare. 13. Helix pomatia L., viele große (6 cm breite) Exemplare. Wie aus der beiliegenden Tabelle ersichtlich wird, ist diese präglaziale Fauna ärmlich. Dies läßt sich aber auch von der siebenbürgischen Fundstelle Püspökfürdő und von dem in Oberungarn liegenden Gombaszög feststellen, während die andere siebeiibiirgische Fundstelle bei Brassó etwas mehr Arten aufweist. Die der Höhle von Solymár am nächsten gelegene Stelle, von welcher eine präglaziale Fauna bekannt wurde, ist Süttő (ebenfalls in Westungarn) ; hier konnte aber KORMOS eine im Vergleich zu den erwähnten Stellen außerordentlich reiche Schneckenfauna sammeln. Bezüglich des Alters scheint die Fauna von Solymár zwischen Püspökfürdő und Süttő zu stehen, ist also jung präglazial. 1 . Im allgemeinen besteht die präglaziale Fauna von Solymár aus Arten, die in der Umgebung auch in der Gegenwart leben. Es gibt jedoch einige bemerkenswerte Ausnahmen. So kommt Aegopis veriicillus FÉR. rezent nur mehr südwestlich und westlich (Lesenceistvánd, Vasvár, Sümeg, Kőszeg und Sopron) von Solymár vor. Die Art ist aus der präglazialen Fauna von Brassó (in Siebenbürgen) und Süttő ebenfalls bekannt. Sie mußte also seit der Präglazial-ZMt einen Teil ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes aufgeben. Als neu für die präglaziale Fauna Ungarns ist die Art Zebrina detrita MÜLL, ZU betrachten; sie wurde aus Lößablagerungen noch nicht einwandfrei nachgewiesen, wogegen sie heute eine unserer gewöhnlichsten Arten ist. Noch interessanter erscheint aber das Vorkommen der Gattungen Daudebardia und Semilimax; beide sind für das Präglazial Ungarns neu. Bis auf die Gattung können sie sicher bestimmt werden. Das Daudebardia-Bruchbtiïzk ließ eine nähere Bestimmung nicht zu und die Semilimax-Arten können bekanntlich nur auf Grund anatomischer Merkmale bestimmt werden. Da es sich im vorliegenden Fall um ein fossiles Exemplar handelt, würden wir .berechtigt sein, diese Schale als zu einer neuen Art gehörig zu betrachten. Doch unterlasse) ich die Beschreibung aus zwei Gründen: erstens weil nur 1 Das Wort „Präglazial" wird in dem in der ungarischen Fachliteratur gebräuchlichen Sinne angewendet und bezieht sich auf alle beobachteten Funde, die den Zeitabschnitten der Eiszeit vor dem Würm angehören.