Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 36. (Budapest 1944)

Meznerics, I.: Die Brachipoden des ungarischen Tertiärs

cens), wenn auch die kleineren Formen (Gryphus miocaenicus, Mühl­feldtia oblita, Terebratulina caputserpentis usw.) nicht selten sind. Im Torton können sie in jedem Sediment vorkommen, doch sind sie auch hier in der Bryozoenkalk-Fazies (Kismarton, Nagyhöflány, Márkháza, Mátraverebély) am häufigsten. Sandige und sandig-tonige miozäne Vorkommen (Helvét hei Fót, Mogyoród, Csömör, Torton wie Kostej, Lapugy, Bujtur) liefern heinahe ausnahmslos dünn­schalige, kleinere Formen (Hemithiris, Argyrotheca, Megathiris, Platidia usw.). Eine bezeichnende Parallele zu diesen Verhältnissen besteht im Wiener Becken, wo die Brachiopoden fast vollkommen fehlen; hier dominiert die Fazies des Badener Tones, während im ungarischen Miozän diese Ausbildung sehr, zurücktritt und die an Brachiopoden reicheren, sandigen und besonders kalkigen Ablagerungen vorherr­schen. Aus dem miozänen Mergel von Baán sind nur mehr winzige For­men, wie Argyrotheca, Megathiris, usw. bekannt. Größere Formen fehlen vollkommen. Fassen wir die hier angeführten Daten zusammen, so müssen wir feststellen, daß die großen, dickschaligen Brachiopoden-Formen am häufigsten in kalkigen Sedimenten vorkommen, an Fundorten mit mehr sandigen Ablagerungen sind sie seltener, während tonige, besonders mergelige Sedimente nur dünnschalige, kleine und kleinste F ormen liefern. Große Formen fehlen hier vollkommen. Diese Feststellung ist mit den heutigen Verhältnissen nicht gut zu vereinbaren: während im Tertiär die großwüchsigen, grobschaligen Formen im Gesamtbild der Schelf faunén eine bedeutende Rolle spiel­ten, fohlen diese Typen aus der jetzigen Fauna dieser Meeresregionen vollständig. Im Tertiär war das Hauptverbreitungsgebiet der Gruppe das bewegte Litoral und dünnschalige, kleine Formen sind nur aus — dem faunistisohen Benthos ökologisch am besten entsprechenden — tonig-mergeligen Sedimenten stiller Meeresbuchten usw. zum Vor­schein gekommen. Allerdings muß hier festgestellt werden, daß die tertiären Bra­chiopoden infolge der zu geringen Fundort-Angaben, sowie infolge der mangelhaften systematischen Bearbeitung des zerstreuten, über­haupt nicht reichen Materiales noch nicht genug verwertbar sind. Ob sich diese Tatsache mit der Zeit ändern wird, hängt davon ab, in welchem Mäße wir eine Verbesserung der Fundortsangaben erreichen werden. Geologische und Paläontologische Abteilung des Ungarischen National-Museums, Budapest, VIII. Múzeum-körút 14).

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