Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)
Kretzoi, M.: Betrachtungen über das Problem der Eiszeiten. (Ein Beitrag zur Gliederung des Jungtertiärs und Quartärs)
wenig 1 Ca-Karl)onat lösen: deshalb können Tiere der warmen Meere eine bedeutend dickere Schale aufbauen als diejenigen der kalten Gewässer. Daß die Formen der kälteren liefen ebendeshalb immer dünnschaliger erscheinen werden, als die Formen der wärmeren Wasserschichten der Oberfläche, ist ohne Weiteres verständlich. Deshalb sind also Faunen, deren beschalte Formen dünne Schalen besitzen, immer als relative Kaltw asserfaunen anzusehen, die aber ebensogut größeren Tiefen, als auch Oberflächengewässern kalter Klimazonen angehören können. Das Problem wird noch dadurch erschwert, daß Wassertiere meist eher thermisch- als Wasserdruck-empfindlich sind. Die einzige Möglichkeit, Tiefen-Faunen von Kaltw asser-1'au neu zu trennen, liegt im Unterschied in der Individuenzahl der betreffenden Biotope. Auf diese Frage komme ich weiter unten noch einmal zurück. Die zweite, ebenfalls wichtige folge der thermischen Verhältnisse ist das Verkümmern, bzw. Verschwinden der aragonitschaligenFormen parallel mit der Abnahme der Temperatur. Wie bekannt wird die Ausscheidung von Aragonit unter einer Temperatur von 28° C eingestellt, was natürlich als Folge mit sieh bringt, daß Formen mit einer Aragoniischale (Pectiniden, etc.) bei einer Temperatur, bei w elcher ihre Körpertemperatur nicht-einmal durch den Stoffwechsel über diese Schwelle ansteigt, nicht mehr existieren können. Das Ausbleiben dieser Formen deutet also ebenfalls auf eine Temperaturabnahme des Wassers hin. Schließlich muß ich noch eine den Zoologen gut bekannte Tatsache erwähnen, die von den Geologen, hauptsächlich aber von den Ölgcologen, die daraus einen ganz besonderen Nutzen ziehen könnten, überhaupt nicht berücksichtigt wird, nämlich den Umstand, daß die kalten Meere im Gegensatz zu warmen Gewässern enorm dicht von Plankton bevölkert sind. Diesbezügliche Untersuchungen haben gezeigt, daß die Individuenzahl der planktonischen Lebewesen auf dieselbe Volumseinheit des untersuchten Wassers bezogen folgende Verhältniszahlen liefert: Tropenmeere 1, kältere Hochsee 10, kalte Meere (ufernahe Region) 1000 Individuen pro Volumseinheit Wasser! Nehmen wir noch dazu, daß dieses Verhältnis, wenn auch bei weitem nicht in diesem Ausmaße, auf die größeren Bewohner der Meere bezogen werden kann, können wir uns eine Vorstellung über die Tragweite dieser Daten machen. Man kann ruhig sagen, daß nur die kalten Meere Mikroorganismen in so großen Massen lieferten, die zur Lrdölbildung führen konnten. Eine glänzende Bestätigung dieser Verhältnisse aus der Paläon-