Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)

Gaál, I.: Das Klima des ungarischen Moustérien im Spiegel seiner Fauna

Ergebnisse der anthrakotomischen Untersuchungen keiner Korrektur bedarf. Denn wenn es einerseits auch richtig ist. dafi die Pflanzen­reste die klimatischen Verhältnisse verflossener erdgeschichtlicher Perioden getreuer wiederspiegeln als die Tierreste» so ist es aber andererseits ebenfalls richtig, daß wir noch weit entfernt sind davon, alle Gegenstände, sowie auch ihre Herkunft zu kennen, die der Ur­Mensch in seinen Höhlen zusammengetragen hat, und auch die dabei obwaltenden Beweggründe und die Art und Weise des Einbringens der Beutestücke selbst. Diese Umstände müssen wir aber vor allem dann in Betracht ziehen, wenn z. B. die an der Feuerstätte gefun­denen Reste einer aus höheren Bergregionen stammenden Kieferart absolut nicht in Einklang zu bringen sind mit den daneben liegen­den Überresten der Jagdbeute, die im Gegensatz dazu auf gras­reichen Steppen, oder in weit ausgedehnten Wäldern erlegt wurde. Wenn daher am Gesteinsmaterial einzelner Glieder der Schich­ten-Serie des Moustérien von Ponor-Ohába. bezw. vom Subalyuk und damit in Verbindung auch an den in ihm eingeschlossenen Fossilien \ eränderungen festgestellt werden können, so ist eine Schlußfolgerung auf gewisse Modifikationen der Umweltsfaktoren auf alle Fälle berechtigt. Solche veränderte und damit auch ver­ändernde Umweltsfaktoren sind Wind- und Niederschlagsverhält­nisse, gewisse astronomische Einflüsse und vielleicht auch die ver­schiedene Verteilung der Temperatur auf das Winter-, bezw. Som­merhalbjahr. Abgesehen von diesen allgemein bekannten Faktoren möchte ich bei dieser Gelegenheit die Aufmerksamkeit meiner Fachkollegen auf einen weiteren sehr wichtigen, aber bisher von niemand ent­sprechend gewürdigten Umstand lenken, uzw. auf d i e Relikt­Gebiete (Massiv de refuge), b z w, a u f d i e d a m it in V e r ­b i n d u n g stehenden Relikt-Arten, Wir brauchen ja nur zu bedenken, daß an einigen Punkten der Großen Ungarischen Tiefebene, wie in Bátorliget und Babád-Puszta Betitln jmbescens, Lacerta vivipara und mit ihnen auch noch zahl­reiche andere charakteristische Arten des Ur-Moores durch lange Jahrtausende hindurch trotz der gewaltigen Veränderungen, wel­chen die nähere Umgehung dieser Stellen ausgesetzt war, bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben sind und daß ebenso — um nur bei ungarischen Beispielen zu bleiben — die nicht allzu geringe Anzahl charakteristischer mediterraner (südlicher) Arten, die in Mehádia-Herkulesfürdő und auf dem Harsány er Berge leben, viel­leicht noch größere Zeitspannen überdauerten. Diese Beispiele lassen

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