Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)
Gaál, I.: Das Klima des ungarischen Moustérien im Spiegel seiner Fauna
äff. Abeli, Rhinoceros aniiquHatis'% Bos (primigenius?)*, Oois (argaloides? ) unci Rangifer arcticus fossilis. Aus dem Vergleich dieser beiden Lisien geht ohne weiteres hervor, dall fünf Arten beiden Fundstellen gemeinsam sind, uzw. finden sich an beiden Stellen alle ausschlaggebenden großen Säugetierarten. Bei der Feststellung dieser Übereinstimmung fällt außerdem auch das an beiden Fundstellen nachweisbare Auftreten des Neandertaler Urmenschen besonders stark ins Gewicht. Auf Grund dieser klar zu Tage liegenden Übereinstimmung kam ich nun seinerzeit (1929—1931) zu der Überzeugung, daß wir auch den Fund von Ponor-Ohába als eine Bildung des „warmen" Moustérien auffassen müssen, wenn wir den von Krapina in Übereinstimmung mit GQRJANOVIC-KRAMBERGER, WIEGERS und anderen in das ..warme" Moustérien verlegen. Das Auftreten des Ur-Karibu (Rangifer arcticus fossilis), sowie das des wollhaarigen Nashornes, das scheinbar für das Gegenteil spricht, kann im vorliegenden Falle wohl keine Störung verursachen. Das Auftreten von Rhinoceros aniiquitaiis kommt nämlich einerseits deshalb nicht als störender Faktor in Frage, weil das wollhaarige Nashorn auch in Krapina gefunden worden war, 4 andererseits aber deshalb, weil das am Bordu mare gefundene, nicht sicher bestimmbare Zahn-Bruchstück auch sonst keinen zwingenderen Beweis darstellt. Rangifer arcticus fossilis kommt dagegen irt Ponor-Ohába nur sehr vereinzelt vor, so daß wir leicht annehmen können, die wenigen gefundenen Exemplare hätten sich aus den benachbarien Hochgebirgen hierher verirrt, oder hätten diese Gebiete im Winter durch die Kälte gezwungen aufgesucht. Wir dürfen nämlich nicht vergessen, daß längs des Oberlaufes des Sztrigy-Flusses oft über 2000 m emporragende Gebirgszüge, wie Kudzsirer Alpen, Pareng, Retyezát und Szebener Gebirge hinziehen, in welchen die erwähnten, normalerweise in kalten und vereisten Gebieten lebenden Pflanzen und Tierarten als Relikte erhalten geblieben sein konnten. Auf Grund aller dieser Tatsachen gelangte ich nun zu der Annahme, daß das Diluvium des Bordu mare — ausgenommen einen Teil der I. Schichte — in die obere Hälfte des Moustérien gestellt werden muß (5. pag. 45.). Die nachgewiesene, auffallende Übereinstimmung mit dem Funde von Krapina wurde betont, um dadurch 4 Das Vorkommen des wollhaarigen Nashornes kann vielleicht dadurch erklärt werden, daß es (als eine Relikt-Art) im Winter dorthin verschlagen worden war, oder daß dort zu Beginn des Moustérien eine weniger wollhaarige Abart des Rhinoceros antiquitatis gelebt haben mag.