Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)

Kretzoi, M.: Sirenavus hungaricus n. g., n. sp., ein neuer Prorastomide aus dem Mitteleozän (Lutetium) von Felsőgalla in Ungarn

P achy acanthus, Crassitherium, Hemicauloclon u. a. stören das Ge­samtbild nicht merkbar. Dagegen steht die Sache mit dem supergenerischen System der Ordnung sehr schlimm. Ein Blick auf einige in den letzten Jahren vorgeschlagene Klassifikationen, wie die von ABEL, SICKENBERG und besonders die von SIMPSON kann uns darüber zur Genüge überzeugen. Ich glaube, die auffallende Ergebnislosigkeit dieser Versuche ist, abgesehen von der wohlbekannten Fragmentarität der meisten Be­lege, vorerst in der Tatsache zu suchen, daß bei den Sirenen mit der paläomammalogischen „Normalmethode *, also der odontologischen Methode, nichts anzufangen ist! Die angewandten Arbeitsmethoden waren beinahe von Objekt zu Objekt verschieden, was eine Klassi­fikation nach einheitlichen Gesichtspunkten außerordentlich er­schwert. Um wenigstens die älteren Formen übersichtlicher anordnen zu können, versuche ich in aller Kürze, eine auf die Entwicklung der Erontonasal-Partie des Schädels gegründete morphogenetische Klassi­fikation durchzuführen. Schon an dieser Stelle muß ich aber nach­drücklich betonen, daß diese Methode mit dem Miozän ihre An­wendbarkeit verliert, also bei Formen, die in Bezug auf die Reduk­tion der Nasalia so weit gekommen sind, daß wir nicht mehr im­stande sind, festzustellen, welcher Weg der hier zu besprechenden parallelen Rcduktionstypen durchlaufen wurde. Ich gehe von einem primitiven Grundtypus aus, bei dem die wichtigsten kraniologischen Merkmale, wie Verlängerung des Rost­rums, nach oben-hinten verschobene äußere Nasalapertur, verbunden mit beginnender Reduktion der nach hinten zwischen die Frontalia gerückten Nasenbeine, u. a. bereits schon zu beobachten sind. Die Verlegung der Nasalapertur nach hinten-oben ist bei luft­atmenden Tieren eine natürliche Folge der aquatischen Lebensweise und die stufenweise Reduktion der Nasalia eine weitere Folge dieser Erscheinung. Die weitgehende Verlagerung der Rost raiteile rief die Notwen­digkeit einer festeren Unterstützung des Rostraiteiles am Schädel hervor. Der einzige Weg war neben der unteren Befestigung der Prämaxiilaria auch eine obere zu verschaffen, die der nach oben wirkenden Torsionskraft Widerstand leisten soll, was durch eine Verlängerung des Intermaxillare bis zum Frontale erreicht wurde. Dies erfolgte je nach den Schädelproportionen auf verschiedene Art und Weise. Bei Formen mit sehr kurzem und breitem Schädel war genügend Platz für das Einschieben eines hinreichend breiten Proc.

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