Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)
Kretzoi, M.: Anchitherium aurelianense im ungarischen Miozän
Merkmale (Fell, Farbe, u. a.) werden mit Größendifferenzen und Abgrenzbarkeit der Verbreitung von anderen nahestehenden Formen zur Kennzeichnung der Lokalrassen (Unterarten) benützt, die besonders dort, wo es in der Gattung sehr viele gibt, (meist nach Gefühl) zu Arten gruppiert werden. Dem Paläontologen bleibt, wenn er nicht eine Sytematik, die mit dem rezenten System sogar in den Grundlagen nichts Gemeinsames hat, hervorbringen will, nichts anderes übrig, als zu versuchen, dort, wo er nicht das Glück hat, mit monotypischen Gattungen zu operieren, auf Grund der Dimensionen und der Daten über geologisches Alter, paläogeographische Verhältnisse, in steter Bezugnahme auf das BERGMANN'sche und GAUDRY-DEPÉRET'sche Gesetz, geologische und geographische Rassen (Unterarten) festzustellen. Das in einer solchen Systematik infolge fehlhafter Altersbestimmung, oder lückenhafter Rekonstruktion der Verbreitungsgebiete die Fehlerquellen der morphologischen Systematik verzehnfacht werden, muß jedem klar sein. Mit der Zeit werden aber auch diese Hilfsmethoden besser zu brauchen sein, wie auch die morphologische Methode in früheren Zeiten oft dort versagte, wo sie jetzt eine feste Basis bildet. Außerdem kommt es immer auch auf den Forscher selbst an. Vom Verfahren vieler Paläozoologen, die es für zulässig halten, sogar Großsäugetiere, wie Elephanten, Nashörner, Boviden, etc. von derselben Lokalität und aus demselben geologischen Horizont in 3—4 Arten, ja sogar Rassen derselben Gattung, bzw. Art als solche, die nebeneinander gelebt haben, zu beschreiben, oder aufzuzählen, möchte ich nachdrücklich warnen. Forscher, die neben der Stammform auf Grund» ganz geringfügiger morphologischer oder dimensioneller Unterschiede, die sich noch vielfach im Rahmen der individuellen Variation bewegen, aus gleichaltrigen Schichten derselben Lokalität Varietäten, Unterarten u. dgl. derselben Art beschreiben (wie Seeigel und marine Schnecken!), lassen m. E. die sexualbiologischen Feststellungen unbeachtet. Zusammenfassend möchte ich also noch einmal betonen, daß bei geologisch und geographisch weit zerstreuten fossilen Formen die Lokalformen, falls sie stratigraphisch lokalisiert werden können, ein paläogeographisch mehr-weniger von dem der anderen abgrenzbares Biotop besessen haben, dazu noch Differenzen in Evolutionshöhe, oder Dimensionen aufweisen können, taxonomisch separat behandelt werden sollten. (Aus der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des Ungarischen National Museum.)