Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 27. (Budapest 1930-1931)

Lehrs, P.: Westasiatische Elemente in der Herpeto-Fauna Europas

dieses Jungtieres, das an sich schon meine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Spur lenkte, sich nicht von ihm zu trennen vermochte, war eine genauere Untersuchung leider nicht möglich. Ich hatte aber sogleich erkannt, wie dringend erwünscht es sei. diese äusserst interessante Lacerta unter Berücksichtigung anderer in ihrem Gebiete endemischer Reptil­Formen im natürlichen Rahmen ihrer Umwelt möglichst eingehend zu studieren. Nach Überwindung von Schwierigkeiten verschiedenster Art, die sich immer wieder in den Weg stellten, vermochte ich endlich in diesem Frühjahr 1931 die (seit 1928 im Plane ausgearbeitete) Bereisung der meines Dafürhaltens wichtigsten Gebiete in Bulgarien persönlich durch­zuführen. Es ist mir Pflicht und ist mein Wunsch: auch an dieser Stelle denen, die mir durch verständnisvolle Hilfe die Durchführung meines Unter­nehmens erleichtert und ermöglicht haben. Dank zu sagen. Am Freitag, 22. Mai betrat ich nach mehrtägiger Donaufahrt in L o m bulgarischen Boden; erreichte mittels siebenstündiger nächtlicher Bahnreise am Morgen des 23. (Pfingst-Samstag) S o f i a, woselbst ich noch am gleichen Nachmittage unter der liebenswürdigen persönlichen Führung von Dr IWAN BURESCH charakteristische Standorte der dor­tigen Smaragdeidechsen in der Senke zwischen W i t o s c h a und L j ü­lj ün-Planina, südlich der Stadt, kennen lernte und feststellen konnte, dass es echte LfCicerta viridis viridis LAUJÎ. sind. Am Donnerstag, 28. Mai. ging es weiter nach Plovdiv ( = Philippopel), dem Hauptorte der ehemaligen ..autonomen" Provinz O s t r u m e 1 i e n, des heutigen S ü dbulgarien, wo ich gegen Abend anlangte. Am andern Morgen. 29. Mai, kurz nach 9 beobachtete ich an einer Gartenmauer am Stadtrande, auf einem Felshügel, bereits den ersten Gymnodactylus Kotschyi STDCMR. In den nun folgenden bulgarischen Pfingsttagen wurde das Gebiet von J a m b o 1 i, K o t e 1, S 1 i v e n bereist. Bemerkenswert für das Gebiet von K o t e 1, das bereits in einiger Höhe in den Vorbergen des Ost-Balkan liegt, war das Vorkommen von Vipera ammodytes Montandoni BLGR. und von Able­pharus Kitaibelii BIBR. & BORY gemeinsam mit Lacerta muralis muralis LAUR. und mit L. viridis viridis LATJR. Am Montag, 1. Juni, in der lössreichen Umgegend von S 1 i v e n, das hart am Balkan-Rande, jedoch noch in der Ebene liegt, herrschte aber allenthalben Lacerta taurica PALL. Die taurische Eidechse lebt hier, ähnlich wie etwa bei Budapest, auf Rasenboden, an niedrigen Böschungen.

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