Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 27. (Budapest 1930-1931)

Lehrs, P.: Westasiatische Elemente in der Herpeto-Fauna Europas

XXVII. ANNALES MUSEI NATIONALIS HUNGARICI. 1931. WEST A SI A TI SC 1 FT K ELE M E X T E IN DER HERPETO-PAUNA EUROPAS. Von Dr PH. LEHRS, München. 1. Lacerta strigata EICHW. auf europäischen Boden. Klarheit darüber, was für die Fauna eines bestimmten Gebietes wesentlich und kennzeichnend ist, kann nur dadurch gewonnen werden, dass wir immer wieder auch die Elemente seiner näheren wie weiteren Nachbargebiete vergleichend mit in Betracht ziehen. Hierbei ist keineswegs von Nöten jeweils sogleich Fragen nach Herkunft, Urheimat u. dergl. beantworten zu wollen ; Fragen, in deren Natur bereits, so anziehend sie erscheinen mögen, die Gefahr ruht eher Wirrung als Klärung zu schaffen. Hinzu kommt noch der in seiner Trag­weite fast ständig unterschätzte Umstand, dass wir ja selbst im besten Falle höchstens den Ausschnitt der gegenwärtigen Tierbevöl­kerung gewisser Gebiete zu überschauen vermögen; rezente Tierwelt ist aber vielfach nur Relikt einer umfänglicheren Entfaltung. Gleichwohl müssen wir schlechterdings ständig bestrebt sein unsere Anschauung von den faunistischen Wesenselementen benachbarter Bezirke zu erweitern und zu vertiefen. Und solche wesentlichen Bestand­teile eines Faunenkomplexes müssen nun einmal, um brauchbares Werk­zeug zu schaffen, auch anschaulich bezeichnet werden. So haben wir uns völlig daran gewöhnt beispielsweise von gewissen südlän­dischen Bestandteilen im Gesamtbilde der mitteleuropäischen Fauna zu sprechen; in Deutschland dürfen als solche unter unseren Lurchen und Kriechtieren Springfrosch, Mauer- und Smaragd­eidechse, Äskulap- und W ürfelnatter gelten. Wo immer wir aber auch der heutigen Verbreitung gerade dieser fünf Formen genauer nachspüren, ergibt sich ebenso überraschend, wie überzeugend, dass ehedem das von ihnen besiedelte Gebiet selbst im nördlichen Mitteleuropa w eit umfänglicher war ; die Smaragd­eidechse lebte im 19. Jahrhundert noch auf Rügen, die Ä s k u la p­natter sogar in Dänemark. Trotzdem ist es durchaus berechtigt, wenn wir — sagen wir: für den faunistischen Hausgebrauch — solche Tiergestalten im Verbände

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