Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)

Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna

schwinden der grossen Schwingungen der Cubitaladern, die vielmehr einen parallelen Verlauf mit den übrigen Hauptästen anzunehmen scheinen. Die Gattung Chortoicetes steht in vielen Beziehungen zwischen diesen zwei Extremen, und dürfte allein schon deswegen als den primitiven Ader­typus der Oedipoden darstellen. Aus diesem Typus, gekennzeichnet durch die nicht allzuschmalen Vorderilügel, die unregelmässigen, sich noch nicht zu Querbänder anordnende Flecken und endlich den sanften Verlauf der M, sind sowohl die höheren und hochspezialisierten Gattun­gen der Oedipoda, wie die primitiveren Bryodema-Arten und die Gruppe der Scyllinen abzuleiten, deren Vorderflügel schon einer Reduktion verfiel. Es ist anzunehmen, dass unter den Oedipoden mit nicht reduzierten Vorderflügeln die Gattungen Pardalophora und Bryodema phylogenetisch ältere Formen vertreten, als die Arten der Oedipoda, und dass jene sich schon während des Miozäns in verschiedenen Richtungen spalteten, ein Vorgang, der auf dem eurasiatischen Kontinte die Entfaltung der Gattung Oedipoda, in Nordamerika hingegen die der Gattungen Parda­lophora, Metator, Trimerotropis, Circotettix zur Folge hatte. Die Annahme dieser allmähligen phylogenetischen Umprägung der Formen ist auch durch die Entwicklung der Farbenzeichnung des Vorderflügels begründet, nachdem der Dreiband-Typus nur bei den höheren Oedipoden erscheint und weder den Bryodemen, noch den Pardalophoren zukommt. Führt nun die Zeichnung der Pardalophora zu dem Dreiband­Typus der Oedipoden, so erfährt dieselbe bei Caloptenus und Scyllina eine ganz abweichende Gestaltung der Fläche, die in einer Reihenfolge einer ziemlich grossen Anzahl schmaler Querbänder zum Ausdruck gelangt, die sich apikal und basal abermals in kleinere Fleckchen auflösen, und die auf völlig getrennte Wege der phylogenetischen Ent­wicklung hinweisen. Es ist noch zu vermuten, dass im Laufe der phylogenetischen Ent­wicklung noch eine weitere Spaltung der Scyllina eintrat, die zur Gattung Gomphocerus und Stauronotus führte, während die uralte Gattung Chor­toicetes, die allem Anscheine nach im ältesten Tertiär auch die europäischen Gebiete eroberte, in Australien und Afrika ihre Primitivmerkmale behielt, ihre weitere phylogenetische Entwicklung aber vorwiegend auf euro­päischen Boden durchmachte, und daselbst die Arten der Epacromia entfaltete. Somit erscheinen uns die phylogenetischen Wege der Oedipodiden überaus verwickelt, die ich in nachfolgendem, vorwiegend morphologi­schen Stammbaum zu versinnlichen trachte:

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