Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)
Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna
118 Dr ALEXANDER FONGRACZ fasciatum BURM. und A. tesselatum BURM. vom Port Natal in Südafrika,, die nach HAGEN 1. c. zu Lestes gehören und mit der fossilen Art zu nächst verwandt sind". Dass aber CHARPENTIER die ermittelnde Stellung dieser Art schon deutlich erkannte, geht aus seinen Bemerkungen deutlich hervor (p. 334, 335) : „Die hier in Rede befindlichen zwei Flügel gehören einem Libellulinen- Geschlechte an, welches FABRICITJH mit dem Namen Agrion bezeichnet. Dieses Genus habe ich aus Gründen, welche in meinen Libellulinis europaeis näher entwickelt sind, in einige Unterabteilungen oder Subgenera trennen zu müssen geglaubt, von denen zwei — nämlich Epallage und Calopteryx — sich einander sehr nähern, aber so wesentlich von den anderen Unterabteilungen der Agrioniden abweichen, dass sie beinahe völlig eigne Gattungsrechte in Anspruch nehmen könnten." „Die Libellulinen-Flügel aus Radoboj, die ich hier beschreibe, sind hinsichtlich ihrer Form und ihrer Retikulation unstreitig Flügel von einer Agrioniden-Art; hinsichtlich der zahlreichen Menge der Längs-Adern und des ganzen Umrisses nähern sie sich völlig dem Subgenus Calopteryx, weichen jedoch von diesen darin ab, dass eben der untere Flügelrand nahe der Brust einen bedeutenden einspringenden Winkel macht, mithin die Flügel gestielt erscheinen, welches hei allen bis jetzt von mir beobachteten CalopteryxArten nicht der Fall ist. Man könnte daher eine eigene Agrioniden-Untergattung vermuthen, welche jedoch der Calopteryx zunächst zu stellen* sein würde." Soweit CHARPENTIER. Die Aufklärung der Gattung blieb ihm aber nicht vergönnt. Es wäre nunmehr zu erörtern, wieweit uns auf Grund dieses einzigen Restes solche ermöglicht ist. Infolge der übereinandergefalteten Flügel ist ein deutliches Bild,, also eine ganz klare Rekonstruktion von dieser Art niemals zu gewinnen, aus dem Verlauf einiger Hauptadern ist es indessen leicht herauszulesen, dass das fragliche Fossil weder zu Epallage, noch zu Agrion, noch zu Euphoea und Chorolestes gezogen werden kann. Ich glaube aber keinen Fehler zu begehen, wenn ich diese Art der oligozänen amerikanischen Gattung Phenacolestes anknüpfe. Für die Verwandtschaft mit dieser Gruppe spricht nicht nur der Querband-Typus, sondern auch die Ähnlichkeiten im Bau des Li und deren Sektoren, die Verzweigungen der M und endlich die schwach gestielte Basis. (Vergl. Fig. 11.) Falls für diese Verwandtschaftsverhältnisse weitere palaeontologische Dokumente erbracht werden, so können wir berechtigt sein anzunehmen, dass bei Beginn des Tertiärs sowohl in Europa wie auch in Amerika eine weitverbreitete Gattung herrschte, aus der sich später