Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 22. (Budapest 1925)

Fejérváry, G. J.: Die phyletische Bedeutung des Prähallux und vergleichend-osteologische Notizen über den Anuren-Tarsus

adaptiven Sesama des Froschlurchentarsus (vgl. den „Zusatz" ab S. 44 und den betreffenden Abschnitt des II. Teiles dieser Arbeit), weisen ganz entschie­den darauf hin, daß der Prähallux ein adaptives Sesam ist, und in dieser Hinsicht in dieselbe Kategorie gehört wie die Patellae ulnares der Pinguine, die Kniescheibe der Reptilien und Säuger, oder das Os falciforme des Maulwurfes. — Es wäre erwünscht, die Prähallux-Frage auch im Lichte der vergleichenden Myologie (hinsichtlich des phyletischen Ursprunges und der eventuellen Homologieverhältnisse des Musculus abductor praehallucis — die Mm. extensor brevis superficialis hallucis und abductor brevis dorsalis hallucis dürften in dieser Beziehung kaum von besonderem Inte­resse sein —) zu prüfen. Der ursprüngliche Prä hallux typ besteht, im Gegensatze zu BORN'S und HOWES' und RIDEWOOD'S Auffassung, welche das unverkennt­liche Gepräge der VI. Zehenstrahl-Theorie an sich trägt, aus einem einzigen Stücke, während die Segmentation, der zufolge der Prähallux sogar die Form einer Zehe vortäuschen kann, 1 eine vorge­schrittene Spezialisation bedeutet. Der Prähallux ist also kein ancestrales Gebilde der Vertebraten, und kann unmöglich auf einen ursprünglichen VI. Strahl des ehemaligen Cheiropterygiums zurückgeführt werden. Die Phylogenie hat sich bereits zu einer positiven biologischen Wissenschaft emporgehoben, und die Deszendenzlehre ist zu „einer unerschütterlichen Tatsache" geworden, „die heute keiner weiteren Beweise, Begründungen und Stützen mehr bedarf" ; 2 also weg mit den phylogenetischen Märchen und Romanen, diese 1 Wie bereits erwähnt wurde, ist bei Hyla arborea L. der Prähallux in seiner terrestrischen Epakme epistatisch fixiert worden ; hier hat er natürlich auch gar nichts zehenartiges an sich. Aber auch bei Hyla coerulea WHITE gehört der vom Einflüsse der arboricolen Lebensweise wohl nicht ganz unberührt gebliebene Prähallux durchweg dem wesentlich „terricolen Typ" an, und ist absolut nicht von einem „digitiform aspect", wie es HOWES und RIDEWOOD meinen. (Vgl. HOWES & RIDEWOOD, op. cit. p. 150, & Pl. VIR, Fig. 19.) Wirklich „digitiforme" Prähalluces kenne ich bloß bei solchen Formen, die nach einer längeren, nicht-fossorial terrestrischen, d. h. terricolen Lebens­weise zur aquatischen Lebensart übergehen ; bei arboricolen Anuren habe ich sie nicht beobachten können, und bei diesen scheint, als eine arboricole Modifikation, höchstens ein breiter, sichelförmig gekrümmter „Greif-Prähallux" zu entstehen, wie er von RIDEWOOD (op. cit. Pl. VIII, Fig. 19 aj Phyllomedusa dacnicolor COPE betref­fend veranschaulicht wurde. Dieser modifizierte arboricole Typ könnte, dem wesentlich nicht modifizierten und somit zu Mesotarsus »Typus III" s. str. gehörigen Hyla arborea-, bezw. coerulea-Ty~p gegenüber, als „Typ IIIb" bezeichnet werden, welcher — gleich dem aquatischen Spezialisationstyp „lila", und eine mit diesem paragenetisch ver­laufende arboricole Reihe bildend — auf den gemeinsamen terricolen Ausganstyp „III" zurückzuführen ist. 2 0. ABEL, op. cit. p. 2.

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