Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 22. (Budapest 1925)

Fejérváry, G. J.: Die phyletische Bedeutung des Prähallux und vergleichend-osteologische Notizen über den Anuren-Tarsus

30 Dr, G. J. Freiherr v. FEJÉRVÁRY Schwierigkeit, die jedoch nicht mehr auf parakmische Erscheinungen zurückgeführt werden kann. Wir haben bereits gesehen, daß die Ent­wickelung des Prähallux bei Rana esculenta L. s. str. — sowie bei var. meridionalis und subsp. chinensis — den akmischen Typ in Reihe A repräsentiert. Der normale Prähallux der typischen R. esculenta L. besteht aus einem einzigen Stücke, so wie ich dies bereits im obigen beschrieben und auf Fig. 5 von Taf. I abgebildet habe. Daß auf einer individuellen Abweichung des osteogenetischen Entwickelungsganges beruhende Aberrationen auch hier vorkommen können, will ich gerne zugeben, muß aber bemerken, daß mir dergleichen Formationen bei der typischen Rana esculenta L. weder auf Grund von Autopsie noch auf Grund solcher literarischer Daten bekannt sind, welche sich hinsichtlich der exakten systematischen Determination des betreffenden Untersuchungs­materials als absolut verläßlich erweisen. Laut GAUPP 1 soll zuweilen auch bei R. esculenta eine Gliederung des Prähallux in drei Elemente auf­treten, wogegen „das Vorhandensein eines einzigen grossen und starken meist verkalkten Hyalinknorpels" als das „ gegenteilige Extrem" bezeichnet wird; eine „nicht seltene Form" des Prähallux von R. esculenta soll, nach GAUPP, diejenige sein, wo der Prähallux aus zwei Stücken besteht. Laut GAUPP soll man im „Anschluss an die Auffassung des Prähallux als sechste Zehe" „die Stücke als Metatarsale, Phalanx I und II bezeich­nen" können. Dies ist nun entschieden nicht der Fall. Ich habe dies­bezüglich zahlreiche Untersuchungen vorgenommen, und den Prähallux von R. esculenta L. s. str. stets nur aus einem einzigen Elemente beste­hend befunden, und dasselbe ersehe ich an einer Figur BOLKAY'S, 2 WO 1 Op. cit. p. 94. 2 A khinai béka (R. chinensis Osb.) systematikai értéke, Állattani Közi., Vílf, Budapest, 1909, VIII. tábla, 11. ábra, und (dasselbe auf englisch): On the syst. Value of Rana chinensis Osb., Proc. Washington Acad. Sc., XIII, Washington, 1911, Pl. VI, Fig. 11. — NB.: Auf S. 60 des ungarischen Textes dieser Schrift steht den Tarsus von R. esculenta L. s. str. und subsp. chinensis betreffend eine Sentenz, die, ins Deutsche (nach Möglichkeit wörtlich) übertragen, folgendermaßen lautet: „Der Prähallux beider Arten wird durch einen interponierten Knochen mit dem Tibiale verbunden, welcher aus der Fusion folgender Elemente entstanden ist: das Tarsale praehallacis, das Centrale und das Tarsale l." Die Größe des Centrale, außer der fuktionell bedun­genen Hypertrophie desselben, in einzelnen Fällen auch noch durch die Hypothese der Fusion mit einem einstigeu Prähalluxbasale erklären zu wollen, ist allerdings ein ver­leilender Gedanke, der jedoch, wenigstens derzeit, im Kreise der Salientier die zu seiner Annahme erforderliche vergleichend-osteologische, bezw. o s teomorpholo­gische und genetische Grundlage entbehrt, so daß ich diese Hypothese im Laufe meiner gegenwärtigen Ausführungen nicht berücksichtigen will. Was nun die Frage der Fusion des Centrale mit dem Tarsale I. betrifft, so ist diese ein bekanntes Phänomen, das jedoch individuell und dabei auch gar nicht oft auftritt, was mich zur

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