Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 22. (Budapest 1925)

Fejérváry, G. J.: Die phyletische Bedeutung des Prähallux und vergleichend-osteologische Notizen über den Anuren-Tarsus

— und so auch das Centrale — weniger stark entwickelt, wogegen er bei R. esculenta L. s. str. eine bedeutendere Ausbildung erfuhr, was Hand in Hand mit dem Volum des Centrale geht. Bei R. esculenta L. var. meridionalis [DE L'ISLE] LATASTE und, noch auffallender, bei R. esculenta L. subsp. chinenis OSB. grenzt der Prähallux bereits an den Höhepunkt seiner in Reihe A feststellbaren Spezialisation ; er ist groß und schaufei­förmig, und äußerlich mittels einer Schwimmhaut mit der I. Zehe verbunden, Eingeschaften, die auf die sehr erhöhte Grabtätigkeit dieser Formen hinweisen. An diese Prähalluxformation schließt sich nun der Pelobates-Typ eng an, den eine sozusagen hypertrophische Ausbildung des breiten, bilateral plattgedrückten, aus mechanischen Gründen mit seiner dorsalen Kante subhorizontal nach innen zu gewendeten und somit anscheinend dorso-ventral abgeflachten Prähallux charakterisiert ; die ventrale (schief nach außen, d. h. fibularwärts gekehrte) Kante ist scharf und schneideartig, eine Konsequenz der ausschließlich scharrenden, gra­benden Lebensweise dieser Tiere. Der letztere Typ ist die höchstspezialisierte Form des Prähallux in Reihe A, und stellt die Akme in der phyletischen Entwickelung der genannten Reihe dar. Der Prähallux dieser Anpassungs­reihe ist, aus mechanischen Gründen, bei den typischesten Vertretern derselben (z. B. Pelobates) unsegmentiert — oder aber er besteht aus einem kurzen, massiven Prähalluxbasale und einer großen, schaufeiför­migen Pseudophalange (Paludicola fuscomaculata). Das Centrale ist hier groß und ganz an die Peripherie gerückt, Erscheinungen, welche Folgen der hohen mechanischen Inanspruchnahme der inneren (d. h. der Körper­achse zu gewendeten) Mesotarsalregion sind. In Reihe B ist die dritte phyletische Stufe in der Entwickelung des Prähallux durch die Gliederung dieses Skeletstückes in mindestens zwei, meist drei Elemente gekennzeichnet, von denen ich das proximale als Prähalluxbasale (=Prähalluxtarsale, HOWES und RIDEWOOD) bezeichnet habe, während die übrigen als „Pseudophalangen" des Prähallux gelten dürften, wobei ich aber sehr nachdrücklich darauf hingewiesen haben will, daß diese „Phalangen" Pseudophalangen sind, d. h. sie sind in phyletischer und demnach auch anatomischer Hinsicht keine Homologa und nur höchst selten Analoga der übrigen Zehenphalangen. Dieser Prähallux-Typ ist auf Taf. II durch Bufo viridis LAUR. (Fig. 1 — 2) und Hyla arborea L. (Fig. 3) veranschaulicht. Die vierte Stufe in der Evolution des Prähallux läßt sich aus der dritten Stufe der Reihe B herleiten, und wird hier auf Taf. III durch Xenopus (Fig. 1—4) und Rana hexadactyla (Fig. 5—6) vertreten. Das große, marginal liegende Centrale und die Auflösung des Prähallux in mehrere Elemente bezeugen, daß diese Formen, welche heutzutage hoch-

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