Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 22. (Budapest 1925)
Fejérváry, G. J.: Die phyletische Bedeutung des Prähallux und vergleichend-osteologische Notizen über den Anuren-Tarsus
Fibulare gebildet. Die auffallendste metrische Eigenschaft des AnurenFußskeletes, die Verlängerung des P rot ars us, ist also die direkte Konsequenz der Anpassung an die springende Bewegungsart, und findet sich, als solche, auch bei den soeben erwähnten Halbaffen vertreten, während die übrigen springenden Vertebraten (Reptilien, Vögel und Säuger) der durch das Hüpfen resp. Springen gestellten kinetomechanischen Aufgabe im Wege der Verlängerung des metatarsalen Abschnittes gerecht werden. Wenn wir die verschiedenen, eine springende Lebensweise führenden Vertebraten in Bezug auf ihre ethologisch-oekologischen Eigenschaften zur Prülung stellen, so ergibt es sich anstandslos, daß sich diese Art der Lokomotion bei Landtieren, und zwar sowohl bei terri cole n als auch bei arboricolen Formen entwickelt hat. Bei den Salientiern finden wir beide Typen vor; die Mehrheit der Arten ist terrestrisch (paludicol, sylvicol, praticol, oder subterran), während der andere Teil eine arboricole Lebensweise führt. Bei den Froschlurchen kann aber die A r b o r i c o 1 i e unmöglich Urheber der Anpassung an die • springende Bewegungsart gewesen sein, und ist bloß eine nach einer vorhergehenden terricolen Lebensweise eingetretene weitere Folge des Landlebens. Die Richtigkeit dieser Annahme wird einesteils durch die p a 1 u d i c o 1 e Lebensweise der meisten den übrigen Amphibienordnungen angehörenden Formen unterstützt, und anderenteils durch die Fossilisationsverhältnisse erloschener Anuren sowie, last not least, durch die Amphibien-Natur selbst, die zu ihrer Begattung, Laichablage und Metamorphose — von einigen, ganz besonderen Verhältnissen angepaßten Formen abgesehen — mehr oder minder ausgedehnte, ruhige Gewässer beansprucht. Die Ahnen der Salientier waren also unbedingt Uferbewohner, hydrophile Landtiere, die sich in der Nähe ruhiger und ausgedehnter Gewässer aufhielten, oekologische Anforderungen, denen zweifellos nur der Sumpf entsprechen konnte. Wahrscheinlich führte die Nahrungssuche dieser paludicolen Typen zur Ausbildung der springenden Lokomotionsweise, zu der sie zweifellos eine inhärente, durch ihre Lebensart ethologisch begünstigte resp. in ein Aktivum verwandelte „Neigungbesitzen mußten. An dieser Stelle sei, die Ethologie, resp. Oekologie betreffend, noch jener Tatsache gedacht, daß sich unter den rezenten Anuren außer den terrestren (sensu latiore) und arboricolen Typen auch aquicole belinden, die aber keinesfalls als „primär"-aquatisch angesehen werden dürfen, da ja eine solche „primäre" Lebensweise, ohne längerem Landaufenthalte, nicht zur Herausbildung der auch diesen Formen eigenen, typischen Sprungfüße hätte führen können. Flier muß also streng distinguiert werden : die 2*