Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 22. (Budapest 1925)

Fejérváry, G. J.: Die phyletische Bedeutung des Prähallux und vergleichend-osteologische Notizen über den Anuren-Tarsus

auch ein Prähallux ist bei ihnen nicht einmal in Spuren bekannt. Außerdem sind zahlreiche Tetrapoden-Fährten bereits aus dem Paläozoikum bekannt, deren älteste Vertreter aus dem Obersten Devon (Chemung-Stufe) W. Pennsylvaniens stammen, und nie ist ein Abdruck mit mehr als 5 Strahlen gefunden worden (vgl. z. B. „Chiro­therium"), was einen durchweg greifbaren Beweis der ursprüng­lichen Fünf s trahi igkeit von Fuß (und Hand) darstellt. Obz war ihre systematische Deutung keine einheitliche ist — frühere Autoren sprachen sie als von Stegocephalen herrührend an, während sie gegenwärtig meist Dinosauriern, resp. Dinosaurier-ähnlichen Formen, also Reptilien, zuge­schrieben werden — stellen sie für das uns interessierende Problem doch ein nicht zu geringschätzendes Beweismaterial dar. Der reichliche Tat­sachenbestand, über den die moderne Paläontologie verfügt, tritt also der Theorie einer sechs-, resp. siebenstrahligen Urtetrapodenextramität sehr gewichtig entgegen, so daß es anstandslos zugegeben werden muß, daß letztere im schroff esten Gegensatze zu sämtlichen bisher bekannt gewordenen paläontologischen Befunden steht, was heutzutage, an Hand des riesigen Fossilienmaterials, das wir kennen gelernt haben, schon allein als ein positiver Beweis für die Richtigkeit der entgegen­gesetzten Auffassung, nämlich der Annahme der ursprünglichen Fünf­strahligkeit des Cheiropterygiums, betrachtet werden dürfte. bezüglichen Arbeit von GREGORY, MINER und NOBLE (op. cit. in Bull. Amer. Mus. Nat. Hist., XLVIII, New York, 1923) befindet, 5 Finger besessen zu haben scheint — wobei es natürlich gar nicht nötig ist, die Fingerstrahlen auf Grund der EMKRY — SïEiNERSchen Theorie homologisieren zu wollen, wie dies von den genannten amerikanischen Autoren geschah. Offen gestanden, wirkt die AßEL'sche Annahme etwas befremdend auf mich, einesteils, weil ich dieselbe als nicht genügend unterstützt befinde, und anderenteils, weil dieselbe mit dem in der Phylogenie sich geltend machenden, und bei den Salicntiern doch auch bestehenden, gemeinsamen Ent­wickeln ngsplan von Hand und Fuß nicht vereinbaren läßt. Warum würde die hochgradige Analogie, welche zwischen Protarsus und Procarpus sowie zwischen Mesotarsus und Mesocarpus festgestellt werden kann, sich auf den dritten Abschnitt, den Metatarsus und Metacarpus, nicht mehr erstrecken? Die ABEL'sche Hypothese betreffend eine Meinung zu äußern — für oder gegen — wäre derzeit gewiß eine verfrühte Sache. Diese Frage kann bloß auf Grund von, im Kreise der Amphibien zu unternehmenden und bionomisch zu beleuchtenden, vergleichend-osteologischen und skeletogenetischen Untersuchungen gelöst werden. Bis dahin haben wir aber ebenso wenig Recht uns der AKEL'schen Auffassung anzuschließen, als dieselbe etwa ab ovo verwerfen zu wollen. So viel glaube ich jedoch schon jetzt fixieren zu dürfen, daß der Pollex der Salientier keinesfalls einen orimentalen, sondern höchstwahrscheinlich einen rudimentären Fingerstrahl darstellt; wollte man nun dieses Gebilde doch als Oriment ansprechen, so wäre bloß an eine Deutung desselben als Sesam zu denken, wobei aber die restlichen 4 Finger betreffend neue, unreelle Homologiefragen (ob Dig. I. bis IV. oder II. bis V.) entstünden. Annales Musei Nationalis liungarici. XXÍI. 2

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