Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 18. (Budapest 1921)
Poppius, B.; Bergroth, E.: Beiträge zur Kenntnis der Myrmecoiden Heteropteren
84 B. POPPIUS UNO E BERGROTH Forma brachyptera: Pronotum latitudine sua plus quam dimidio longius, pone medium sat fortiter constrictum et transversim impressum, lobo antico capite distincte angustiore, subaeque longo ac lato, praesertim transversaliter fortius globoso-convexo, lateribus rotundato, lobo postico antico aeque lato et saltern duplo breviore, antrorsum modice angustato; hemelytra medium segmenti quarti connexivi attingentia, margine apicali corii obliquo, baud sinuato, membrana perbrevi, longitudine sua plus quam duj)lo latiore. Senegal. Wegen des glänzenden Körpers und des punktierten Kopfes neben F. furax zu stellen, aber durch die fast haarlose Oberseite, den fehlenden Seiteneindruck des Vorderlobus des Pronotum etc. von demselben verschieden ; im übrigen durch mehrere Merkmale von allen bekannten Arten abweichend. Die oben beschriebenen Poeantius-Arten wurden alle, P. procax ausgenommen, von Dr. II. BRAUNS entdeckt. Nach seinen brieflich mitgeteilten Beobachtungen sind sie sehr schnellfüssige Haubtiere, welche die Ameisennester stark dezimieren. Ihre Ameisenähnlichkeit ist bedingt durch die allgemeine Körperfärbung, den gewölbten, hinten ziemlich stark verschmälerten Vorderlobus des Halsschildes, den Brachypterismus und den weisslichen Seitenmakel des Corium, wodurch das Tier an dieser Stelle schmäler erscheint als es tatsächlich ist. Bemerkenswert ist auch, dass die verschiedenen Arten in ihrer Sculptur sich den von ihnen besuchten Ameisen anpassen. Bei toten Museumexemplaren ist die Ameisenähnlichkeit nicht besonders stark ausgeprägt, aber man kann sich gut denken, dass sie bei schnell herumlaufenden Tieren, wie BRAUNS sagt, eine sehr täuschende ist. Dank dieser Maskierung und ihrer schnellen Bewegungen können die Poeantius offenbar die Eier und Larven der Ameisen mit Leichtigkeit entführen und aussaugen. Ein Angriff ihrerseits auf die Ameisen selbst kann wohl nicht in Frage kommen, denn diese würden mit den Poeantius kurzen Prozess machen. Die früher bekannten Arten der in Afrika und Süd-Asien verbreiteten Gattung Poeantius kennt man nur in der macropteren Form und über ihre Lebensweise ist nichts bekannt, während die hier beschriebenen Arten lediglicli in brachypteren Individuen vorliegen. Vielleicht kommen von diesen Arten auch macroptere Stücke vor, aber diese erdreisten sich wohl nur ausnahmsweise in die Ameisennester einzudringen, da sie wegen der verschiedenen Bildung des Halsschildes und der Deckflügel in weit geringerem Maasse ameisenähnlich sind als die brachypteren Individuen und von den Ameisen als Fremdlinge leicht erkannt würden.