Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 9. (Budapest 1911)
Méhely, L.: Systematisch-phylogenetische Studien an Viperiden
IX. ANNALES MU SEI NATIONALIS HUNGARICI. 1911. SYSTEMATISCH-PHYLOGENETISCHE STUDIEN AN VIP ERIDEN. (Taf. III— Y und 6 Textfiguren.) Yon L. v. MÉHELY. Bekanntlich hat MERREM für diejenigen Yiperiden, deren Scheitel mit regulären, symmetrisch angeordneten Schildern bekleidet ist, die Gattung Pclias errichte^ die von den meisten früheren Herpetologen (WAGLEE, GRAY, DUMÉRIL, COPE, PETERS, GÜNTHER, etc.) adoptiei-t, von anderen aber (so von SCHLEGEL, JAN, STRAUCH und BOULENGER) mit der LAiRENTischen Gattung Vipera vereinigt wurde, deren Arten einen beschuppten Scheitel besitzen. Obwohl die Berechtigung der letzteren Auffassung gegenwärtig allgemein anerkannt wird, glaube ich doch, dass MERREMS Pelias wenigstens als Untergattung aufrechtgehalten werden könnte, zur näheren Umgrenzung derjenigen Formen, die durch einen eiförmigen, vom Halse undeutlicher abgeschnürten Kopf, eine nicht aufgeworfene Schnauzenspitze, zwischen dem Auge und den Oberlippenschildern nur eine Schuppenreihe, wohlentwickelte Sincipitalschilder, ein festeres Gefüge des Apparatus palato-maxillaris itnd einen strammeren Leib gekennzeichnet werden. Dieser Untergattung, deren Typus die gewöhnliche Kreuzotter ( Vipera berus L.) ist, würde sich dann ebenbürtig entgegenstellen die Untergattung Vipera s. str., deren Arten einen herzförmigen, vom Halse scharf abgeschnürten Kopf, eine mehr oder weniger aufgeworfene Schnauzenspitze, zwischen dem Auge und den Oberlippenschildern zwei oder mehr Schuppenreihen, einen mit Schuppen bekleideten Scheitel, im Leben sehr beweglich zusammengefügten Apparatus palato-maxillaris und einen schlaffen Leib besitzen. Als Typus der letzteren Untergattung wäre Vipera aspis L. zu betrachten. Aus der Untergattung Pelias war bis zum Jahre 1893 nur die gewöhnliche Kreuzotter ( Vipera berus L.) bekannt, in diesem Jahre beschrieb ich aber aus der ungarischen Tiefebene eine neue Form als var. rákosiensisf, die bald darauf von G. A. BOULENGER zur. Art erhoben, 1 Tentamen systematis Amphibiorum, Marburgi, 1820, p. 148. â Zool. Anz., 1893, p. 190. »