Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 7. (Budapest 1909)
Friese, H.: Die Bienenfauna von Neu-Guinea
die bienenfauna von neu-guinea. -221 Arch., Karolinen, Hawai. HÖRNE 1870. Nestbau ähnelt demjenigen von Megachile. Ein bevorzugter Platz sind die Gänge im Holz, welche von Bockkäfer herrühren. Die Zellen werden wie bei M. lanata angelegt, sind aber weniger rauh (aussen?). Das Tierchen baut selten Lehmzellen in Mauern, sondern beniitzt vorherrschend Höhlungen für seinen Nestbau. Einmal sah er sie arbeiten unter dem Sitz eines Stuhles und an einem rauhen Teil einer Mauer. Ein Nest befand sich in einem abgebrochenen Hibiscus Stimme (Malvaceen), der 5 cm dick war und von Ponape (Karolinen) stammte, von wo es durch den Vice-Gouverneur Herrn BERG eingesandt wurde. Von der Bruchstelle des /libiscus-St&mmes führt das Bohrloch der Biene senkrecht von oben 5 cm tief in einen erweiterten Hohlraum, von welchem sechs Bohren von 6—7 mm Durchmesser und ca. 5 cm Länge nach unten verlaufen, die in ihrer Spitze 1—2 Zellen enthielten. Die Zellen waren durch Pfropfen von geschabtem Holz gegeneinander abgeschlossen, die 3—4 mm dick sein mögen. In den einzelnen (leeren) Zellen fand sich ein brauner, der Wand dicht anliegender Kokon, offenbar ein Produkt der Larve (wie bei allen Buchsammlern, Gastrilegiclae). Oberhalb dieser Zellen waren leere Räume, in denen sich Pollenreste von Hibiscus vorfanden, die den Wänden anhafteten. Wir haben es hier offenbar nicht mit einem fertigen Nestbau zu tun, sondern mit einem, bei dem die Biene in ihrer Arbeit unterbrochen wurde und nur die bereits geschlossenen Zellen sich zu Imagines entwickelten. Das Merkwürdigste bei diesem Nestbau sind jedoch die beiden vom Zentrum nach oben verlaufenden Röhren, die keine Zellen, wohl aber Vorrat von Hibücus-Toüen enthielten, wie Prof. F. LUDWIG, Greiz erwähnt. Diese Aufspeicherung von Reservevorräten steht meines Wissens bei solitär bauenden Bienen als Unikum da und giebt diesem Nestbau ein weitergehendes Interesse, zugleich den Wunsch nahelegend, man möchte eingehendere Untersuchungen über die Lebensweise der PonapeBiene veranlassen und weiteres Material konserviren. Während wir die Nester der Bienen bisher einteilten in: a) Einzellige Bauten (Osmiu, Ceratina), b) Linienbauten (Megachile, Osmia), c) Traubenbauten (Halictus, Amirena), d) Haufenbauten (Clialicodoma, Osmia), e) Wabenbauten (Halictus, Bambus, Apis), können wir jetzt auch von einem fingerartigen Nestbau (als Unterabteilung der Traubenbauten) sprechen.