Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 7. (Budapest 1909)
Friese, H.: Die Bienenfauna von Neu-Guinea
180 ik h. friese gestaltet. Fast alle Blüten befinden sich in den Spitzen der Waldriesen und lassen dem Beobachter und Sammler nur das Lebensbild, das Hinund Herschwirren, sehen und ahnen, aber nicht erreichen und zerpflücken. Also der Mangel an Feld, Wiese, Camp und Steppe verhindert vorläufig ein tieferes Eindringen in die Bienen fauna dieses Landes. Aus diesem Grunde legte ich besonderen Wert darauf, die vorgelagerten kleineren Inseln von Neu-Guinea nach Möglichkeit auf Apidae zu erforschen, weil hier der dichte Urwald meist fehlt oder doch nicht so unüberwindliche Hindernisse bietet wie auf Neu-Guinea. Jedenfalls ist das Beobachten und Sammeln auf den Inseln leichter und ergiebiger und lässt in mancher Hinsicht Schlüsse zu, was auf Neu-Guinea noch zu erwarten ist. Der allgemeine Charakter der Bienenfauna von Neu-Guinea ist seiner Lage entsprechend ein Mittelding zwischen australischen und orientalischen Formen, ja wir haben in Neu-Guinea offenbar den Best einer Brücke zu erblicken, vermittels welcher die orientalischen Formen (hochentwickelte Bienen wie Anthopliora, Crocisa, Megachile, Lithur<jus, Coelioxys und Trigona ) nach Australien einwanderten. Australien beherbergt in seiner autochtonen Fauna meist die tiefstehenden Bienen {Urbienen 7 besondere Genera und Beinsammler 5 besondere Genera) und zeigt uns im NO und Osten ein Vordringen der orientalischen Formen. Wir haben also in Australien 2 Faunen, die Produkte, wenn man will, zweier verschiedener Zeitepochen auseinander zu halten : 1. Die einheimischen, ursprünglichen Bienen-Arten, — Urbienen (Proapidae), die das ureigenste Produkt der rein australischen Entwicklung sind, und 2. die viel später von Norden, resp. NO eingewanderten BienenArten, Bauchsammler und sociale Apiden, das sind die hochentwickelten Bienen. Als typische australische Genera, die sonst nirgends wieder auftreten, sind zu nennen : Parasphecodes, von 1^-osopis — metallische Arten —, Stilpnosoma, Callomelilta, Päracolletes, Leioproctus, Lamprocolletes, Dasycollctes, Anthoglossa, Euryglossa, Hylacoides , Sienotritus (wohl jetzt ausgestorbene Form von Tasmania?) und Gastropsis. Von diesen finden sich nur einige metallische Prosopis-Arten (P)\ malachisis, elegantissima, imperialis) auch in der Neu-Guinea-Zone, aber als besondere Species, sonst keine Vertreter der typisch australischen Gattungen. Als specifische Neu-Guinea-Formen dürften dagegen folgende Vertreter genannt werden :