Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Zur Lösung der Muralis-Frage (Vorläufige Mittheilung)
zur lösung der «muralis-frage.» 85 G. A. BOULENGER weitergesponnene 1 Auffassung beherrscht auch gegenwärtig noch die Literatur, obwohl sich bei den jüngeren Forschern ein immermehr zunehmender Drang zur Zersplitterung dieses naturwidrigen Verbandes kundgibt, der sub titulo Lacerta muralis eine Anzahl scharf geschiedener, mit einander in sehr entfernter, zum Tlieil sogar in gar keiner Beziehung stehender Arten vereinigt. Diese Anzeichen einer neueren und zum Tlieil richtigeren Beurtheilung der Frage blieben jedoch erfolglos, da dieselben meist nur die Folge ganz gelegentlicher Excursionen auf dem weiten Gebiete der « mura//s-Systematik» waren, denen keine überzeugende Kraft innewohnte. Kein Wunder, dass diese neueren Bestrebungen von hervor ragenden Vertretern der alten Anschauung etwas missmuthig zurückgewiesen wurden, so von G. A. BOULENGER in seinem neuesten Werke, 2 welches die westeuropäischen und nordafrikanischen Formen von «Lacerta muralis» behandelt, in welchem 18 vermeintlich hierher gehörende Varietäten beschrieben werden, die in Wahrhaftigkeit mindestens zu sieben scharf geschiedenen Arten gerechnet werden müssen. Sonderbarer Weise werden hierbei stets nur gewisse Ähnlichkeiten des Schuppenkleides berücksichtigt, die grosse Verschiedenheit des Farbenkleides, der Verbreitungsverhältnisse und der Lebensweise aber gar nicht gewürdigt, wie auch die osteologisclie Beschaffenheit des Schädels ganz ausser Acht gelassen. Und doch ist eine Lösung der «muralisFrage» ohne Heranziehen des Schädelbaues, in Anbetracht der so gewaltig verschiedenen Kopfform der hierher gerechneten Formen, einfach undenkbar. Angesichts dessen fühle ich mich veranlasst meine einschlägigen, seit geraumer Zeit gepflogenen Untersuchungen möghchst bald abzuschliessen und eine systematisch-phylogenetisclie Ubersicht der muralis ähnlichen Lacerten zu veröffentlichen ; da sich jedoch das Erscheinen derselben, der vielen Abbildungen wegen, noch eine Weile verzögern kann, will ich hier in aller Kürze auf einige, besonders den Schädelban betreffende Ergebnisse meiner Untersuchungen hinweisen, um meinen verehrten Fachgenossen je eher einen Schlüssel an die Hand zu geben, der ihnen die Mysterien dieser dunklen Frage erschliessen soll. Die muralis ähnlichen Lacerten nehmen sehr verschiedene phyletische Entwickelungsstufen ein. doch können im allgemeinen zwei Haupt1 Catal. Lizards Brit. Mus., III, 1887, p. 28—34. 2 A Contribution to our Knowledge of the Varieties of the Wall-Lizard (Lacerta inuralis) in Western Europe and North Africa. (Transact. Zool. Soc. of London, XVII, 1905.)