Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)
484 L. v. MÉH ELT var. reticulata unterschieden. 1 dann von C AMERA.NO L. oxycephala var, Bedriagae benannt 2 und nachher von BEDRIAGA selbst als L. Bedriagae eingehend beschrieben wurde, 3 für eine selbständige, von L. muralis durchaus verschiedene Art betrachte, habe ich den Begeln der Nomenclatur zufolge für die Bezeichnung derselben Lacerta reticulata BEDR. eingeführt. Dem entgegen bemerkt Herr BOULENGER, dass dieser Name im Lacerten-Genus bereits von SCHREIBER und EIMER als L. muralis relit ulata vergeben ist, somit consequenter Weise für Bedriagae nicht mehr verwendet werden dürfe. Herr BOULENGER interpretiert hier die Begeln der Nomenclatur seiner speciellen Auffassung gemäss, da er L. Bedriagae nur für eine Varietät von L. muralis betrachtet, 4 dieser Standpunkt ist aber aus verschiedenen Gründen unrichtig. SCHREIBER und EIMER bezeichneten überhaupt alle reticulierten Formen von L. muralis mit dem Namen reticulata, somit bezieht sich dieser Name nicht auf eine bestimmte morphologische Form, sondern auf eine allgemeine Stufe des Farbmusters. Schon dieser Umstand würde es zulassen, den Namen reticulata, auf eine bestimmt charakterisierte morphologische Form von L. muralis anzuwenden, umsomehr ist aber dies der Fall, wenn mit diesem Namen eine von L. muralis abweichende, besondere Art gemeint ist. Um die Artberechtigung von L. reticulata gegenüber L. mural is klar zu begründen, will ich hier einige durchgreifende Unterschiede der beiden Arten entgegenstellen. Lacerta reticulata BEDR. 1. Tracht gross, robust. 2. Frontale klein, gewöhnlich kürzer als dessen Abstand von der Schnauzenspitze. 3. Zwischen den Supraciliaria und Supraocularia gewöhnlich eine volle Körnerreihe. 4. Die Naht zwischen den beiden ersten Supraciliarien vertical gerichtet auf die Basis dieser Schilder. Lacerta muralis LAUR. 1. Tracht kleiner, schlanker. 2. Frontale gross, gewöhnlich länger als dessen Abstand von der Schnauzenspitze. 3. Körnerreihe zwischen den Supraocularia und Supraciliaria gewöhnlich reduciert. 4. Die Naht zwischen den be :den ersten Supraciliarien schräg gerichtet auf die Basis dieser Schilder. 1 Bull. Soc. Nat. Moscou, 1881, p. 82. 2 Zool. Anzeiger, 1885, p. 418 und Monogr. Saur. Ital., 1885, p. 4S. 3 Abh. Senckenb. Ges., XIV, 1886, p. 284, tab. —, fig. 6 & 20. 4 Transact. Zool. Soc. of London, XVII, 1905, p. 411, tab. XXVIII, fig. 8, 8a, tab. XXIX, fig. 7.