Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)
archaeo- und neolacerl en. 473 ascendens des Snpraoccipitale und Hautknochen der Schläfengegend) hervorgegangen sind. Herr BOULENGER glaubt, dass ich die Entwickelung der Charaktere des Schädels « missverstanden» habe, und ist der Ansicht, dass gerade die platycephalen Eidechsen von den Lacerten mit massivem Schädel entsprungen sind.* Diese Annahme unterstützt Herr BOULENGER durch folgende Hinweise : 1. Hätten die Lacerten mit massivem Schädel Gaumenzähne (am Pterygoideum), die bei den von mir erwähnten «Formen von L. muralis mit supraocularer Fontanelle» ** beständig fehlen. 2. Sollen wir in den meisten Gruppen der niederen Wirbelthiere, in welchen wir einige Anzeichen für den «orthogenetischen Ursprung» der Formen besitzen, finden, dass «ein massiver Schädel zu einem schwächer verknöcherten degeneriert.» Betreffs dieser Aussage beruft sich Herr BOULENGER auf die Siluroide Fischreihe Ciarias —Allabenchelys — Clariallabes —Gymnallabes —Channallabes, bei der wir «Zeugnisse haben für das stufenweise Verschwinden der die Schädelseiten bedeckenden Platten, Hand in Hand mit der aalförmigen Verlängerung des Körpers, der Reduction der Schwanzflosse und der Beduction und endlichen Unterdrückung der paarigen Flossen.» «Eine sehr anmuthende Reihe — meint Herr BOULENGER — deren Richtung unverkennbar ist.» «Ausserdem haben unter den Characinoiden Fischen, wie SAGEMEHL betont, die primitiveren Typen mit grossen bezahnten Kieferknochen einen massiven Schädel und die Fontanellen erscheinen Hand in Hand mit der Reduction des Kieferknochens.» Dasselbe soll der Fall sein auch bei Schildkröten (Chelydra —Staurotypus, Emys —Cistudo) und solchen Eidechsen (Chaleides), bei denen wir es mit einer unverkennbaren orthogenetischen Reihe zu tliun haben. Bei den letzteren soll der allgemeinere Typus einen mehr convexen, mit Hautknochenplatten mehr bedeckten Schädel besitzen. Betrachten wir nun die Stützen der von Herrn BOULENGER vertretenen Meinung, die für den ersten Blick wohl schwerwiegend scheinen, bei gründlicher Analyse aber sich für lauter Trugbilder erweisen. Den ersten Punkt betreffend möchte ich betonen, dass das Vorhandensein oder Fehlen der Gaumenzähne in der Lacertiden-Familie * L. c., p. 43. ** Ich bemerke hier, dass ich keine einzige Form mit supraocularer Fontanelle kenne, die artlich zu L. m urális gestellt werden könnte; dieselben sind besondere Arten, während der ganze Formenkreis von L. muralis durch eine vollkommen verknöcherte Supraocularplatte charakterisiert wird.