Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Loczka, J.: Über Mineralchemie
444 josef loczka Mit Bewunderung sehen wir die grossen Fortschritte, welche in den andern Zweigen der Naturwissenschaften gemacht werden, wogegen in diesem Zweige eine Stagnation eingetreten ist. Wir sollten und müssten uns intensive mit der Untersuchung der Gesteine und Mineralien befassen, denn sind wir nicht berechtigt von diesen Untersuchungen — abgesehen von den Aufgaben, welche mit Hilfe der Chemie die Mineralogie, Geologie und Pétrographie zu lösen hat — die überraschendsten Resultate zu erwarten, deren erstes Glied gleichsam das Badium bildet"? Dass diese Besultate nicht in kürzester Zeit erreicht werden, und dass man auf diesem Gebiete noch lange mit Ausdauer, Hingebung, beständig und systematisch wird arbeiten müssen, um die noch zu erwartenden Wunderdinge zu entdecken, welche die Erdkruste wahrscheinlich noch in sich birgt, ist natürlich. Es soll die auf diesem Gebiete Beflissenen nicht abschrecken, dass ein jeder derselben nicht zu einem epochemachenden Resultat kommt, sondern es möge sich jeder damit begnügen, dass er zu diesen Entdeckungen mit seiner regen Arbeit beiträgt, diese vorbereitet, mit einigen Ziegeln das Gebäude vollenden hilft, dessen Namen : «Die Erkennung der Zusammensetzung unserer Erde und der Einblick in die Geheimnisse der Schöpfung» ist. Es ist wohl wahr, dass wir hier auf grosse Schwierigkeiten stossen, denn wir können ja nur bis zu einer gewissen Tiefe in die Rinde unserer Erde eindringen, das Weitere wäre für unsere Untersuchungen unzugänglich, wenn die Natur selbst uns nicht zur Hilfe käme, sie selbst giebt uns das Material in die Hände, welches wir vielleicht nie auf die Oberfläche gebracht hätten. Die Vulkane, die Gejzire, die lieissen Quellen, die Gaseruptionen u. s. w. liefern uns sehr werthvolles Untersuchungsmaterial. Warum ergreifen wir nicht die Gelegenheit zur beständigen und systematischen Aufarbeitung desselben"? Zur Untersuchung des Materials der vulkanischen Ausbrüche sollte ein — nötigenfalls ein intelnationales — grossangelegtes chemisches Institut errichtet werden, zu dessen Erhaltung jeder Culturstaat beitragen sollte, und dessen Aufgabe die chemische und petrograpbische Aufarbeitung des gesammten Materiales der vulkanischen Thätigkeit wäre. Würde es sich villeicht nicht lohnen denjenigen Zusammenhang oder Unterschied zu studieren, welcher zwischen der Lava und den übrigen Gesteinen besteht? Die Constatirung der Unterschiede zwischen der älteren und der Lava der noch gegenwärtig thätigen Vulkane ; das Studium der Mineralienbildung in der Lava, die Untersuchung der in