Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Loczka, J.: Über Mineralchemie

über mineralchemie. 435 kamen wohl fünfzig, die an dem weiteren Aufbau des jetzt so impo­santen Gebäudes der Kohlenstofl'chemie mitarbeiteten. Der Unterricht in der Mineralanalyse beschränkte sich auf die üblichen Trennungen der gewöhnlichen Bestandteile, sofern sie in merklichen Quantitäten vorhanden sind. Auf etwa vorhandene Spuren von Elementen wurde wenig Bücksicht genommen, und noch weniger versuchte man festzu­stellen, ob die Analyse auch wirklich alles umfasste, was zur Zusam­mensetzung des Minerals oder des Gesteins gehört». Wie wir sehen, schreibt HILLEBRAND die Vernachlässigung der anor­ganischen Chemie der rapiden Entwicklung der organischen Chemie zu. Es ist Thatsache, dass die organische Chemie die Chemiker von der intensiven Pflege der anorganischen Chemie ablenkte. Man wun­dere sich nicht hierüber, denn die Chemie ist zugleich auch eine prak­tische Wissenschaft, und zur Geltendmachung dieser Wissenschaft bieten die jetzigen Verhältnisse unzählige Gelegenheit, und hier muss hervor­gehoben werden, dass man dieses jetzt gerade von der organischen Chemie erwarten kann; es ist daher natürlich, wenn die Jünger der Chemie zu ihrem Lebensberuf denjenigen Zweig dieser Wissenschaft wählen, von dem sie im praktischen Leben ihr Fortkommen am besten gesichert sehen. Wir können aber die Vernachlässigung der anorganischen Chemie nicht blos der rapiden Entwicklung der organischen Chemie zur Last legen, sondern müssen auch den Umstand ins Auge fassen, dass es, einige Fabriken ausgenommen, wirklich kein geeignetes Feld gibt, wo die sich hauptsächlich in der anorganischen Chemie mit grossem Kosten­und Zeitaufwand ausgebildeten jungen Leute ihr Weissen verwerthen könnten. Also auch in diesem Umstände liegt ein Hauptgrund der Ver­nachlässigung der anorganischen Chemie. Wenn wir also haben wollen, dass sich die anorganische — über­haupt aber die Mineralchemie emporschwinge, so müssen solche Labo­ratorien und Stellungen geschaffen werden, in welchen die Mineral­chemie beständig und systematisch cultivirt werden kann. Solche Stellungen und Laboratorien wären neben den Lehrstühlen der Mineralogie an den Universitäten, technischen Hochschulen und Bergakademien, wie auch in den geologischen Anstalten und in den Landesmuseen zu creieren und zu errichten. Wir können überzeugt sein, dass alle Professoren der Mineralogie zahlreiche mineralchemische Probleme zu lösen hätten, aber Niemanden haben, den sie damit betrauen könnten. Nachdem die Cultivirung. der Fortschritt der Mineralogie, die 28*

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