Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 2. (Budapest 1904)
Győrffy, I.: A magyarföldi flóra új Gymnadenia-faja
NEUE GYMNADENIA-ART AUS DEM UNG. FLORENGEBIETE. 24-7 fig. 2, 3, 5), von diesen Figuren sind zwei (l+III) nach ungarischen (!!) Exemplaren angefertigt; auch im Texte lieisst es: « Lippe von schmalem Grunde ausgebreitet, dreilappig.... etc.» 1 Auch nach der Flora von YELENOVSKY 2 ist die Lippe annähernd ungetheilt, eigentlich dreilappig. Ich sammelte auf dem Retyezát solche Gymnadenien, die zwar zu G. Friraldii am nächsten stehen, aber von ihr doch in mehreren Punkten abweichen. Sie gehören zu einer neuen Art, welche ich zu Ehren des Herrn Prof. Dr. A. RICHTER in Kolozsvár (Klausenburg) Gymnadenia Richteri benannte, und deren lateinische Diagnose auf pag. 239 des ungarischen Textes mitgetheilt ist. Dr. DEGEN sammelte neuestens (19. VIII. 1903) auf dem Retyezát G. Friraldii; er sandte mir auch ein Exemplar davon, dessen Blütlienstand länglich ährenförmig und die Lippe, wenn auch nicht so deutlich, aber noch immer auffallend dreilappig ist. Eingehendere Untersuchungen konnte ich an diesem Exemplar nicht ausführen, da mir das Material sehr spärlich zur Verfügung stand. Die siebenbürgischen «Gr. Friraldii » weichen sowohl von den im Balkan, als auch von den am Godj án-Szarkó vorkommenden Exemplaren entschieden ab; und zwar hauptsächlich darin, dass die Lippen ungetheilt und auch die beiden inneren Perigonblätter abweichend sind. Von diesen am Retyezát sehr zerstreut vegetirenden Gymnadenien konnte ich nicht sehr viele (circa 25 Stück) sammeln und sie fielen mir schon dort durch ihren eigenthümlichen Blüthenstand auf. : i Die inneren Perigonblätter von Gymnadenia Richteri sind stets asymmetrisch-eiförmig, ein-nervig 4 und nicht drei-nervig, wie es REICHENBACH bei G. Frivaldii zeichnete, ferner sind sie kürzer als die äusseren; ihre Lippe ist ungetheilt, oval, oder rhombisch abgerundet (Fig. 1—3). Ihr kurzer Blüthenstand ist durchschnittlich P2 cm. lang, also auffallend kurz und ungefähr 1 cm. breit; ihre Ähre sieht der von Orchis globosa sehr ähnlich, der Blüthenstand ist mit einem Wort : «capitatus». (Fig. 4.) In Siebenbürgen ist also « G. Frivaldii » vorhanden, aber bedeutend * L. c. p. 142. 2 Flora Bulgarica» Descriptio et enumeratio systematica plantarum vasculariuni in princ. Bulgariœ sponte crescentium. Pragae, 1891. p. 530. Dieser fiel auch Herrn Prof. Dr. B OBBÁS sogleich auf, als ich ihn um seinen werthen Rath bat. 4 Auf der 1. c. Abbildung BEICHENBACH' s ist das Perigon parallel-nervig !