Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei (Budapest, 2007)

JÜRGEN ZIMMER: Addenda - Weitere Zeichnungen von Joseph Heintz

8. Delphische Sibylle nach Michelangelo (Vatikan, Cappella Sistina); Rötel und schwarze Kreide, 281X 175 mm; Provenienz unbekannt. - Wien, Aka­demie der Bildenden Künste, Kupferstichkabinett, Inv. Nr. 2324 - s. Gerszi, T.: Nouvelles attributions aux maîtres de la cour de Rodolphe IL, Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts 73 (1990), S. 21-38, hier 28 f. Abb. 14 (s/w). Wie schon Gerszi beobachtet hat, ähneln Kopf und Gesichtsausdruck der Sibylle dem Original Michelangelos kaum, so dass man annehmen kann, Heintz habe das Vorbild seiner eigenen Interpre­tation gemäß verändert (Gerszi) - oder aber, er habe das Blatt gar nicht in der Sistina angesichts des Originals gezeichnet, sondern nach einer gra­phischen Wiedergabe wie der um 1540/49 entstan­denen Giorgio Ghisis (s. Moltedo, A. (a cura di): La Sistina riprodotta..., Roma, 1991, 74, 18/6 Abb. S. 79) zumal man sich nur schwer vorstellen kann, dass der Zeichner die Figur in der Kapelle ohne optische Hilismittel so genau hat nachzeichnen können, wo er es nur aus der Ferne sehen konnte. Aus demselben Grunde haben auch andere Ste­cher und Zeichner nach gezeichneten oder ande­ren graphischen Kopien gearbeitet wie der Stecher Giovanni Battista Scultori um 1547 oder Dirck Volckertsz Coornhert, der nie in Rom gewesen ist (s. Meijer, Bert W: „Fiamminghi a Roma": on the years after 1550. In: Bollettino d'arte. 100, Suppl. Fiamminghi a Roma 1508-1608. Atti del Convegno internazionale, Bruxelles, 24.-25. 02. 1995, Roma, 1997, S. 117-132, hier 117 f.). - In der Sammlung als „Italienischer Zeichner des 16. Jahrh." geführt, J. Q. van Regieren Altena hatte die Autorschaft Federico Zuccaris erwogen. Wie weitere Zeichnungen nach Werken Michelangelos (Berlin Z88, A24 Abb. 59, Göttingen Z88, A25 Abb. 60 und Schloss Wolfegg, hier Nr. 7) dürfte das Blatt um 1585-1587 entstanden sein. [Foto: Akademie der Bildenden Künste, Wien] JOSEPH HEINTZ. DELPHISCHE SIBYLLE. WIEN. AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE. KUPFERSTICH KABINETT

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