Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei (Budapest, 2007)

JÜRGEN ZIMMER: Addenda - Weitere Zeichnungen von Joseph Heintz

keine unmittelbare Übernahme offensichtlich. Je mehr Zeichnungen entdeckt werden, desto deutlicher wird - absurderweise - der höchst fragmentarische Zustand unserer Kenntnis vom tatsächlichen Zeichnungswerk, seiner Beschaffenheit und seinen Gestaltungsspielräumen. Bei den anderen vierzehn Zeichnungen, so interessant sie im einzelnen sein mögen, muss es bei einem knappen Katalogeintrag bleiben. Weil die dem Œuvre neu gewonnenen Zeichnungen die Chronologie der Werke immer noch nicht entscheidend klären, werden die früheren, weit­gehend spekulativen Datierungen vor allem der Werke aus der „reifen" Schaffenszeit zwischen 1591 und 1609 beibehalten, neue Aspekte könnten sich für die Jahre 1587 bis 1591 ergeben. Die Mehrzahl der hier im Nachtrag beschriebenen Zeichnungen erschien im Kunsthandel, manchmal über Jahre, manchmal aber auch nur einmal, um dann zunächst und oft immer noch unauffindbar zu verschwinden. Nur sechs befinden sich gesichert und zugänglich in mehr oder weniger „öffentlichen" Sammlungen. Bei einer Zeichnung vermag ich Gerszis Zuschreibung 4 nicht vorbehaltlos zu folgen und spare sie hier atis. Die Nachzeichnung des Rückenaktes einer Grazie aus Raffaels (bzw. Giu­lio Romanos) A??ior zeigt Psyche den Drei Grazien in der Villa Farnesina läßt an keiner Stelle eines der charakteristischen Elemente individueller Handschrift des Heintz erkennen, auch wenn die Zeichnung in der farbigen Kreidetechnik, im allgemeinen Habitus und womöglich sogar im Motivischen mit zahlreichen seiner Arbeiten übereinstimmt - Letzteres kann bei einer Nachzeichnung aber nicht sehr hoch bewertet werden. Die früheste (?) authentische Heintz-Zeichnung aus der Farnesina von 1584 (hier Nr. 1) zeigt, was verbal nur unzureichend beschrieben werden kann. In vielen Sammlungen finden sich derartige Studien - zumal nach den Farnesina-Fresken - und nur selten kann man sie einer bestimmten Hand zuweisen.' Die Bewegung des Œuvre wird sich fortsetzen und weitere Zeichnungen - und Gemälde - von Heintz werden entdeckt werden. Von Ende 2003 bis Juni 2007 sind allein drei Zeich­nungen desselben Motivs von Heintz, Satyrn und Nymphen, versteigert worden. Das muss zunächst bedenklich stimmen. Nur für ein Blatt davon ist eine zuverlässige, gute Provenienz nachgewiesen, nämlich die berühmte Sammlung des Prager Industriellen Adalbert von Lanna; die Herkunft der beiden anderen kann ebenso renommiert sein, es war aber nichts darüber zu erlahren. Zudem erlaubte die - bis auf Nr. 14 - zu geringe Qualität der digitalen Wiederga­ben und Katalogabbildungen nicht die eigentlich am Original notwendige, genaue Prüfung. Gleichwohl scheinen sie, ebenso wie diejenige aus der Sammlung Lanna, zum eigenhändigen Heintz-GEuvre zu gehören.

Next

/
Thumbnails
Contents