Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei (Budapest, 2007)
MARIAN BISANZ-PRAKKEN: Bemerkungen zum Bildnis des „Pfarrers von Steenwijkerwold" von Jan van Bouckhorst
|AN BOUCKHORST. SINJEUR HANS STOCKVIS. AMSTERDAM, R1JKSMUSEUM in seinen Händen einen Rosenkranz hält. Diese am oberen Rand entlang verlaufende Zeile, die ganz rechts nach dem Wort „anus" von einer Leerstelle unterbrochen wird, wirft manche Frage auf: Wieso gab der Künstler nur die Funktion des Mannes an und nicht dessen Namen? Welche Rolle spielt hier der unbedeutende, weit von Haarlem entfernte, in der Provinz Overijssel gelegene Ort Steenwijkerwold? 4 Die Beantwortung dieser Fragen~wird aufgrund der mangelhaften biographischen Informationen über Jan Bouckhorst erheblich erschwert. Zudem bieten die uns heute bekannten Arbeiten des Künstlers keine konkreten Anhaltspunkte für eine genauere Analyse; die Zeichnung steht völlig für sich. Unmittelbar feststellbar an diesem Bildnis ist jedoch die nicht-zeitgenössische Bekleidung. Das breite Barett mit den regelmäßig angebrachten Schlitzen, der Mantel mit den weiten Ärmeln und dem breiten Pelzrand entsprechen der Mode des frühen 16. Jahrhunderts. Somit erweist sich die Darstellung mit einer bestimmten Kategorie von Phantasieporträts verwandt, die um 1600 von Hendrick Goltzius wie auch von Künstlern seines Kreises geschaffen wairden. Angeregt wurden diese Bildnisse vor allem von Vorbildern von Renaissancemeistern wie Albrecht Dürer oder Lucas