Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 102-103. (Budapest, 2005)

FRITZ KORENY: Die heilige Margareta. Versuch einer Standortbestimmung

Grundlage der auf diese Weise erschlossenen neuen Verbindungen gewinnen wir erstmals konkrete Kriterien für die Lokalisierung des Wiener Musterbuchs und der Fogg-Zeichnungen und damit auch der Heiligen Margareta nach Böh­men und Prag. Ob die Zeichnung der Heiligen Margareta tatsächlich im Kreis der Prager Hofkunst entstand oder aber die Arbeit eines böhmischen Künstlers ist, der wegen der ab 1409 zunehmenden religionspoliti­schen Unruhen 2 ' Prag und Böhmen verließ und auf die benachbarten schlesischen, österreichischen oder bayerisch-fränkischen Gebiete aus­wich, 28 ist derzeit wohl kaum zu beantworten. Auch hinsichtlich der Funktion der Zeichnung bewegen wir uns im Bereich der Vermutung. Handelt es sich bloß um ein Musterblatt, in der Verwendung ähnlich dem Wiener Musterbuch, JACQUEMART DE HESDiN (?). MADONNA MIT KIND. oder dürfen wir aufgrund des BRÜSSEL, BIBLIOTHÈQUE ROYALE rundum abgeschlossenen, detatl­liert durch geformten Motivs und der Größe der Zeichnung annehmen, dass sie als Vorlage für Tafelmalerei großen Formats gedacht war und die Verwendung für kleinere Bildformen wie Buchmalerei von vorneherein ausschließen? 29 Oder, könnte die repräsentative Frontalansicht, klare Durchbildung und sparsame Farbigkeit - nur Gesicht und Hände sind inkarnatfarben getönt - nicht eher für eine Modellzeichnung für Skulptur sprechen? 30

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