Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 102-103. (Budapest, 2005)
FRITZ KORENY: Die heilige Margareta. Versuch einer Standortbestimmung
DIE HEILIGE MARGARETA VERSUCH EINER STA N DORT B E ST I M M U N G FRITZ KORENY Unter den wenigen erhaltenen Zeichnungen der internationalen Gotik, jener die Länder übergreifenden Stilerscheinung der europäischen Kunst um 1400, fand die Heilige Margareta der Zeichnungensammlung des Museums der Bildenden Künste in Budapest seit jeher besondere Beachtung (Abb. 20).' Nicht nur im Format deutlich größer als die nicht weniger qualitätvollen, aber manchmal kaum mehr als briefmarkengroßen Blättchen dieser Epoche - zumeist Kopfstudien, wie die Verkündigung in Harvard University, Cambridge (Mass.) 2 oder die Modellzeichnungen des „Wiener Musterbuchs", 3 um nur einige markante Beispiele zu nennen - überragt sie diese vor allem in der repräsentativen, ganzfigurigen Wiedergabe der auf ihrem Attribut stehenden Heiligen. Vollständig erhalten und von statuenhaft-monumentaler innerer Größe verdeutlicht die Darstellung in geradezu exemplarischer Weise die Ideale der Kunst um 1400. Die Zeichnung gelangte mit der Sammlung Esterházy an das Museum. In der kunstwissenschaftlichen Forschung wird sie seit mehr als 100 Jahren diskutiert. In bezug auf die Datierung - an den Beginn des 15. Jahrhunderts, zwischen 1400-1410 besteht weithin Konsens. Hinsichtlich ihrer künstlerischen Herkunft gehen die Meinungen allerdings weit auseinander: Dachten Joseph Meder, Fritz Burger, Karl Theodor Parker oder Franz Winzinger an eine Entstehung im rheinisch-kölnischen Ambiente, wobei zuletzt Teréz Gerszi den franko-flämischen Einfluß betonte, 4 so hielten Kurt Rathe, Otto Benesch, Bernhard Degenhart, Otto Fischer, Alfred Stange und Rolf Wallrath die Zeichnung für österreichisch. Mehr böhmische Züge konstatierten