Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 88-89.(Budapest, 1998)
POSZLER, GYÖRGYI: Die Figuren eines Kärtner Flügelaltars in Budapester Sammlungen
dert. 9 Die Fälschung - und besonders, daß sie nach einem Original von geringer Qualität, gewiß nicht nach einem Meisterwerk entstand-spricht eindeutig für die Nachfrage nach diesem Darstellugstyp. Im Jahr 1912 stellte in der Kunstausstellung des Komitats Vas Graf Rezső Széchényi eine Sankt-Georgs-Figur aus der Zeit um 1470 aus, die seitdem verschollen und nur nach einem Foto bekannt ist, diese dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit im westlichen Grenzgebiet, möglicherweise im benachbarten österreichischen, eventuell im slowenischen oder kroatischen Bereich entstanden sein. 10 Zeitlich und im Typus, aber auch hinsichtlich der Herkunft und der Ikonographie und ihrer ursprünglichen Funktion sowie ihrer Rolle in der Sammlung gehören auch die Figuren von Hugó Kónyi in diesen Zusammenhang. Ihre in den Liebhabersammlungen alleinstehende Zusammengehörigkeit und Einheit hebt sie unter den bisher behandelten Stücken hervor. Hugó Kónyi war, wie die bisher erwähnten Sammler, Mitglied der Sankt-GeorgsGilde. 11 „Er war Bankdirektor, kinderlos und vermögend genug, um sich bereits in jungen Jahren, zur Zeit des Ersten Weltkriegs, ins Privatleben zurückzuziehen. Von da an verbrachte er einen beträchtlichen Teil des Jahres mit seiner Gattin auf Reisen. Beide waren begeisterte Botaniker, sie brachten von überallher Pflanzen, Blumen, Sträucher nach Hause und hatten um ihrer Villa auf dem Rosenhügel von Budapest einen gepflegten schönen Garten. Zur Schmückung ihrer Wohnung und zur Erinnerung an Kunsterlebnisse im Ausland sammelten sie alte Möbelstücke, Gemälde, Skulpturen, Teppiche, Silberund Fayencen." 12 Sie besaßen herausragende Kunstgegenstände, die Holzfiguren der Heiligen Florian und Georg sowie eines unbekannten Königs zählten gewiß nicht zu den qualitätvollsten Stücken ihrer Sammlung (Abb. 35-38). Auf der Rückseite der Figuren befinden sich aufgeklebte, maschinengeschriebene gleiche Zetteln mit der Aufschrift „Kónyi Hugó tulajdona", d. h. Besitz des Hugó Kónyi, die 9 Das Verzeichnis der Kleinplastik-Ausstellung, A Gyűjtő 1 (1912) 147, Nr. 165, 166.: Figürchen, Holz, gefaßt. Den heiligen Florian darstellend. Ungarisch, 16. Jh. (H.: 1,035)), im Besitz von Zoltán Badinyi. Figürchen, Holz, den heiligen Georg darstellend. Ungarisch, 16. Jh. (H: 0,71), im Besitz von Zoltán Badinyi. Abb. 121; der Auktionskatalog der Sankt-Georgs-Gilde, A Gyűjtő 1 (1912) 274, Nr. 740/c und 471/d. Die Florianfigur ist jetz in Budapester Privatsammlung. Neuere Literatur zu den Figuren bei Radocsay, a. a. O. (vgl. Anm. 7) 157; zu Zoltán Badinyi (1876-1955) bei Géber, a. a. O. (vgl. Anm. 7). 10 Csányi, K, A vasvármegyei műtörténeti kiállítás katalógusa [Katalog der Kunstausstellung des Komitats Vas], Szombathely 1912, 13, Nr. 169: heiliger Georg, gefaßtes Holz. Ungarisch. (Anfang 16. Jh.). H: 125 cm. Aussteller: Graf Rezső Széchényi. Das erhaltene Foto wurde veröffentlicht von Radocsay, D., Ismeretlen és elfelejtett középkori faszobrok [Unbekannte und vergessene mittelalterliche Holzskulpturcn], Művészettörténeti Értesítő 9 (1960) 11, Abb. 27. Neuere Literatur dazu bei Radocsay, a. a. O. (vgl. Anm. 7), 171. Bezüglich des Grafen Rezső Széchényi vgl. Bártfai Szabó, L.,A Sárvár-felsővidéki gr. Széchényi család története [Geschichte der gräflichen Familie Széchényi von Sárvár-Felsővidék] III. Budapest 1926, 578-588 und Széchényi, V., Töredékek a sárvár-felsővidéki gr. Széchényi nemzetség történetéhői [Fragmente aus der Geschichte des Grafengeschlechts Széchényi von Sárvár-Felsővidék]. Székesfehérvár 1933, 124-126. " Unter den ordentlichen Mitgliedern der Sankt-Georgs-Gilde fanden sich im Jahr 1913 Bernát Back, Zoltán Badinyi, Károly Csányi, Emil Delmár, Hugó Kónyi, aber auch Kornél Divald, Simon Meiler, Elek Petrovics und Jenő Radisics. Vgl. A Gyűjtő 2 (1913) 333-339. 12 Géber, a. a. O. (vgl. Anm. 7). Hugó Kónyi wurde 1867 geboren, Anfang der vierziger Jahre unseres Jahrhunderts ging er zusammen mit seiner Gattin ins Ausland, das Sterbedatum war Géber nicht bekannt.