Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 88-89.(Budapest, 1998)

SZENTKIRÁLYI, MIKLÓS: Die Konservierung und Restaurierung des Krafft-Gemäldes

DIE KONSERVIERUNG UND RESTAURIERUNG DES KRAFFT-GEMÄLDES Kraffts Gemälde Rudolf von Habsburg und der Priesterrahte seit Jahrzehnten auf­gerollt in einem Museumsmagazin. Irgendwann wurde die Leinwand mit der Malflä­che nach innen auf einen ziemlich dünnen Stab aufgerollt, 1 und die Folgen dieses Verfahrens konnten wir bei aller Sorgfalt sofort nach dem Ausrollen beobachten. Die Farbschicht hatte sich infolge der Stauung erhoben, war locker geworden und fiel nun mosaikhaft auseinander (Abb. 55). Die Konservierung wurde sofort eingeleitet, trotzdem konnte nur ein Bruchteil der rissigen, locker gewordenen Farbschicht gerettet und wieder angefügt werden. Das weitere Abblättern der Farbschicht konnten wir durch das Aufkleben von japanischem Schleierpapier verhindern, 2 danach haben wir die Leinwand auf einen geeigneten Zylin­der von 70 cm Durchmesser aufgerollt und auf den Schauplatz der Wiederherstellungs­arbeiten, in die neue Restaurierungswerkstatt des Museums in der Szondi Straße über­führt. Die großformatige Leinwand (336,5 x 230 cm) war an den Rändern vielfach eingerissen und vermodert. Der Blindrahmen und der Prunkrahmen sind im Lauf der Zeit abhanden gekommen. In Kenntnis des Zustandes der Grundierung und der Farbschicht war es eindeutig, daß die umsichtige Wiederherstellung nur aufgrund eines gründlichen Restaurierungs­plans möglich sein würde. Folgende Aufgaben standen uns bevor: Rettung des Groß­teils der Originalfarbschicht, Erhaltung und Konservierung der aus einem Stück gewo­benen Leinwand - womöglich ohne Dublierleinwand und mit der Herausbildung ent­sprechend starker Spannränder-, Herstellung eines Spannrahmens mit Gabel Verzapfung und Entwurf eines stilgerechten Prunkrahmens zum Zweck der würdigen Ausstellung des Gemäldes. Zuallererst mußten die finanziellen Voraussetzungen der Restaurierung gesichert werden. Angesichts der Qualität des Gemäldes setzte das Museum der Bildenden Künste das Werk aufsein Restaurierungsprogramm des Jahres 1997 und reichte den erarbeite­ten Restaurierungsplan für das Preisausschreiben des Nationalen Kulturfonds ein. Das 1 Es ist anzunehmen, daß die Leinwand nach dem Zweiten Weltkrieg vom Blindrahmen genommen, in aller Eile aufgerollt und als Leihgabe dem Museum übergeben wurde, um das Bild von der endgültigen Vernichtung zu retten. 2 Das Klebemittel war Methylzellulose von entsprechender Dicke (Tylose MHB 3000 p), das auf dem japanischen Papier mit breitem Pinsel aufgetragen wurde, damit die locker gewordenen Teilchen sich nicht verschoben.

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