Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 86. (Budapest, 1997)

GARAS, KLÁRA: Deutsche Meister und Werke des 17. Jahrhunderts: Der Barock in Mitteleuropa

Almanachs auf. 24 Nachweisen von allen diesen Bildern läßt sich außer den Karten­spielern nur noch ein Bauernbub mit Truthahn in Laibach, sonst wurde von den zahl­reichen genannten Werken nichts wiedergefunden. Wir wissen überhaupt sehr wenig über den Maler, der hier als Almanach (Almenack, Almanack) erwähnt wird. In der 1689 in Laibach und Nürnberg veröffentlichten Schrift „Die Ehre des Herzogtums Krain" wird er vom Kunstliebhaber und Gelehrten J. W. Valvasor als „berühmter Ma­ler" bezeichnet, aus Valvasors Besitz gibt es auch einige Zeichnungsveduten (Laibach und Schlösser der Umgebung) in Zagreb. Ein Manuskript-Verzeichnis der Kirchen von Laibach (1715) zitiert ihn als „Almenaco Belga", doch fehlen jegliche Daten über seine Herkunft und seinen Lebenslauf. 25 Wir kennen nicht einmal seinen richtigen Namen, denn Almanach ist wohl nur ein Künstlername, eine Bezeichnung, etwa ein Bentname, wie sie die Maler in der Schildersbent, der Körperschaft der nordischen Künstler in Rom, zu tragen pflegten. So hieß auch der Niederländer Wouter Pietersz Crabeth II. (1594-1644) Almanach mit Bentnamen, da er aber bereits 1644 verstorben ist, kann er mit dem um 1667 in Krain tätigen Almanach nicht identisch sein. Es wird angenommen, daß letzter aus Flandern stammte, sich dann in Italien, in Rom aufhielt und mit der Kunst von Malern, wie Theodor Rombouts oder Wouter Pietersz Crabeth in Berührung kam. Diese Vermutungen werden auch durch die „Kartenspieler"-Bilder, in Ljubljana und Wien - die ja ursprünglich aus Rom stammen soll - unterstützt, Stil und Auffassung, Tracht und Requisiten dieser Werke weisen unleugbar auf eine Ver­bindung mit dem Kreis der Niederländer in Rom um 1650. Die genauere Deutung der beiden Darstellungen könnte uns sogar etwas weiter führen. Es handelt sich hier nicht so sehr um Genreszenen, sondern um Gruppenbilder mit Porträtgestalten und mit dem Selbstbildnis des Malers - in einer engen und festen Kniefigurenkomposition. Die bei­den Gemälde stellen nicht lustige Gesellschaften mit Weibern und Musik dar, es sind keine volkstümlichen Szenen in der Art der Bambocciaden. Es sind Männer­gesellschaften bei männlichen Vergnügungen jener Zeit, Rauchen, Trinken, Karten­spiel. Die Teilnehmer sind nicht ausgelassen oder grob, eher ernst, sie sind bürgerlich standesgemäß gekleidet. All dies scheint daraufhin zu deuten, das es sich hier um Re­präsentanten einer gewissen Gruppe, um Vertreter einer Profession, um irgendein Vereinstreffen handelt. Man könnte an ein Treffen einer „Zechbruderschaff ' denken ­24 Inventarium über Weyllandt des Wollgebohren Herrn Mark Anthoni Freyh. von Billichgrätzschen hinterlassenes Vermögen. Inventarium und respective Schätz-Libell über Weyll. Herrn Franz Sigmunden graff v. Engelshaus pro Allhier in Laybach...hinterlassenen Verlassenschaft. Archiv Slovenije, Ljubljana, Zapuscinski inventarji, Fase. VI.Lit.B.No.19 bzw. Fase. XIII.Lit.E.No.29. Ich bedanke mich für beiden Inventarauszüge bei der Direktion der Narodna Galerija, Ljubljana. In den Inventaren erscheint der Name „Almenach" auch „Almenack" mit lateinischen Buchstaben im Gegensatz zu dem sonst gotisch geschrie­benen Text. 25 Srahl, E., Die Kunstzustände Krains in den vorigen Jahrhunderten, Graz 1884, 24, 43, erwähnt Almanach als Schützling der Familie Erberg (er malte die Bildnisse Johann Daniel Erbergs und seiner Frau, 1667), nennt Bilder von ihm bei Wolf Siegmund Freiherr von Stroblhoff (1645-1707), in den Schlös­sern der Erbergs in Osterberg, Lustthal und Altenbek etc., S. weiters Wallner, Beiträge zur Geschichte der Laibacher Maler und Bildhauer im 17-18. Jahrhundert, Mitteilungen des Vereins für Krain, 1890, 103. S. auch Zeri, a.a.O. (Anm. 23) und Zeri-Rozman, a.a.O. (Anm. 20) mit weiterer Literatur.

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