Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 86. (Budapest, 1997)

GARAS, KLÁRA: Deutsche Meister und Werke des 17. Jahrhunderts: Der Barock in Mitteleuropa

ster Stück, das 1884 als Geschenk von László Bikkessy in das Nationalmuseum in Budapest gelangte, paßt vollkommen in die Reihe der bekannten und genannnten Dar­stellungen, der Hase, sowie auch das Gewächs mit Baumstumpf, zerstreute Blumen und Disteln gehören zu den bevorzugten Motiven in Rösel von Rosenhofs Kunst. Au­ßer kleinen Tieren malte er gelegentlich auch Landschaften mit Jagdszenen, Küchen­interieurs und Fruchtstilleben, zumeist in kleinem Format auf Holz oder auf Leinwand. Viele seiner Bilder entstanden als Gegenstücke und waren oft voll bezeichnet. Bei den nicht signierten Stücken kann seine Urheberschaft aufgrund der Stilmerkmale und be­stimmter Motive mit großer Wahrscheinlichkeit festgelegt werden. 16 Obwohl die grund­legende Inspiration zu dieser Art von Malerei zweifellos auf die niederländische Male­rei zurückzuführen ist, unterscheidet sich der Vortrag des Nürnbergers von den Vorbil­dern, den Werken etwa eines Otto Marseus van Schrieck oder Abraham Mignon deut­lich in der bescheideneren Präsentation, in der sparsameren Detailwiedergabe, in der flacheren, weniger farbreichen Ausführung. Genaueres über Leben und Tätigkeit von Franz Rösel von Rosenhof ist kaum bekannt. Er ist am 2. 8. 1626 in Nürnberg - nach der Meinung anderer in Wien - geboren. Er studierte in Nürnberg bei einem gewissen Paul Kolb, erwarb daselbst das Meisterrecht im Jahre 1655. Seine Werke aus den Jah­ren 1665 bis etwa 1695 sind meist in Nürnberg signiert. Um 1666 war er für Fürstbi­schof Albrecht Sigismund in Freysing tätig, in dessen Nachlaß befanden sich neun Werke von ihm. 1673 wurde er von Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein in Wien für sein „Mahlwerk" mit 600 Fl. belohnt. Er starb in Nürnberg am 6. 11. 1700. Was bisher von seinen Bildern bekannt geworden ist, verkörpert wahrscheinlich nur einen Bruch­teil seiner einst geschätzten Tätigkeit. Unzureichende Angaben über Herkunft, Lebenslauf und Werk sind bei den meisten im 17. Jahrhundert in Deutschland und in Mitteleuropa wirkenden Maler - besonders in den profanen Bildgattungen - allgemein kennzeichnend. Das Fehlen von umfassen­den und konsequenten Lebensbeschreibungen, die Spärlichkeit der zetigenössischen ­veröffentlichten - Aufzeichnungen, die rege Kunstwanderung und die verworrenen historischen Umstände, die das Entstehen und Überleben der Kunstwerke mitbestimmt haben, führten dazu, daß die Kunstgeschichte bis heute nur verhältnismäßig wenig über diesen Bereich zu berichten weiß, in den zusammenfassenden, internationalen Bearbeitungen ist die Malerei in Deutschland oder in den Ländern der österreichischen Krone, nur spärlich und lückenhaft vertreten. Neben den wenigen oft zitierten, gelegentlich auch monographisch bearbeiteten deutschen Malern des 17. Jahrhunderts gibt es aber eine Anzahl von Meistern dieser Epoche, die außerhalb ihres engeren Tätigkeitsbereiches kaum in Erscheinung treten, und, obwohl so manche unter ihnen von Bedeutung sind, kaum oder nur in regionalem 16 Nach der alten Inventarbezeichnung, aber auch aufgrund der Stilmerkmale kann ein kleines Bild mit Vogelnest in der Stiftsgalerie von Pannonhalma (Inv. 55.37, Öl, Lwd., 34 x 30 cm) wohl auch als Werk Rösels betrachtet werden. S. Takács, I. (Hrsg.), Möns Sacer, 996-1996. Pannonhalma 1000 éve, Kat. Pannonhalma 1996, Bd. III, 113, Nr. A. 82. Eine auf der Rückseite „Rosenhoff 1695" beschriftete Bären­jagd, die 1921 und 1923 auf den Auktionen des Ernst Museums in Budapest auftauchte (Öl, Lwd., 39,5 x 49 cm), ist derzeit verschollen.

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