Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 86. (Budapest, 1997)

GARAS, KLÁRA: Deutsche Meister und Werke des 17. Jahrhunderts: Der Barock in Mitteleuropa

Graf von Costa hatte das Haus 1720 erworben, die Ofenplatte im Kamin trug das Da­tum 1721. 3 Das Schönfeld-Vorbild befand sich um diese Zeit wohl noch in Deutsch­land, vermutlich in München. In Ungarn läßt es sich bis 1820 zurückführen, im Inven­tar der Sammlung des Fürsten Nicolaus Esterházy wird das Gemälde Aeneas trägt seinen Vater Anchises mit übereinstimmenden Maßen mit einem Gegenstück Aeneas überbringt Dido die Waffen aufgelistet (1820, No. 563-564). Sie wurden dann mit ei­nem Teil der Esterházy-Galerie aus Schloß Pottendorf 1867 in Pest verkauft. 4 Beide Stücke tauchten dann - mit anderen Gemälden der Esterházy Sammlung - bei einer Versteigerung des Auktionshauses Emst im Jahre 1933 in Budapest als HSI signiert auf, die Dido Szene - richtig Venus übergibt Aeneas die Waffen - wird dort auch noch im nächsten Jahr zum Kauf angeboten, seitdem ist sie verschollen.- Das Bild mit Aeneas und Anchises gelangte 1949 in das Museum der Bildenden Künste, wegen des mißver­standenen ligierten Monogrammes JHS wurde es aber vorerst als Werk von Johann Spillenberger gedeutet. Aufgrund der Signatur, der Komposition und der Ausführung konnte es jedoch als authentisches, etwa um 1680 entstandenes Spätwerk Schönfelds identifiziert werden. Mit dem verschollenen Gegenstück gehörte es wohl zur Dekora­tion eines Prunksaals - wie aus der Münchner Kopie und der Thematik, Darstellung mit Feuer zu schließen als Verzierung über dem Kamin. Von den weiteren, teilweise problematischen Gemälden Schönfelds in Budapest, galt Die Königin von Saha vor König Salomon, die vom Besitzer des oben zitierten Jakobs-Bildes, Rudolf Bedö, 1964 erworben wurde, bei der Ulmer Schönfeld Ausstel­lung von 1967 noch als „zum Teil eigenhändig, stark übermalt, in schlechtem Zustand", in der Monographie von H. Pee von 1971 wird sie als „vermutliche Arbeit der Werk­statt" eingestuft. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem schmalen, langgestreckten Stück, wie auch bei anderen Kompositionen Schönfelds dieser Art, um den Teil einer Folge von Gemälden, und so scheint es berechtigt das Bild mit einer Serie von bibli­? Garas, a.a.O.. 111, früher Johann Spillenberger zugeschrieben, Aeneas und Anchises Inv. 9789, Öl, Lwd., 229 x 154 cm, bezeichnet JHS (ligiert). Die Kopie im Bayer. Nationalmuseum, München, Inv. R 8724 2c, die Vertäfelung ist dem Hoftischler Adam Pichler und dessen Werkstatt zugeschrieben (um 1720). Angaben und Foto verdanke ich der Leitung des Bayer. Nationalmuseum. 4 Meiler, S., Az Esterházy Képtár története. Budapest 1915, 224, Inventarium Nr. 10: „Nr. 653 C J.: Aeneas trägt seinen Vater Anchises. L. 7.2-4.9: Nr. 654 D Aeneas überbringt Dido die Waffen. L. 7.2-4.9". Im Pottendorfer Inventar vom Jahr 1843 (unveröffentlicht) Nr. 161-162, mit der Bemerkung „nach Pest" 24/6/867. 5 Az Ernst Múzeum aukciói. XLVIL, Budapest 1933, 2. Teil Nr. 189 190: „HSI Monogramm, 17-18. Jahrhundert, Aeneas und Anchises, Öl, Lwd., 222 x 157 cm, Venus und Aeneas, Öl, Lwd., 228 x 152 cm". Daß es sich dabei tatsächlich um die beiden Bilder der Esterházy Galerie handelt, ist nicht nur durch die wesentlich übereinstimmenden Maße, die Monogrammsignatur und die eher seltenen Darstellungen er­wiesen, sondern auch durch den Umstand, daß bei der Emst Auktion ein anderes großes Gemälde dessel­ben Bestandes erscheint (Nr. 202) La Traverse „Triumph der Galatea" - „Allegorie des Wassers", Teil der Bilderfolge, die 1753 für den Fürsten Pál Antal Esterházy gemalt wurde und auch im Inventar der Esterházy Sammlung 1820 verzeichnet ist (heute im Museum der Bildenden Künste, Budapest). 1934 erscheinen das La Traverse Bild und die Venus mit Aeneas noch zusammen bei der Auktion im Emst Museum, die Aeneas und Anchises-Szene geht andere Wege und gelangt durch das Finanzministerium 1949 an das Musum in Budapest. Die Bestimmung „Venus und Aeneas", d.h. die „Übergabe der Waffen durch Venus an Aeneas" ist die richtige, und nicht jene im Inventar von 1820 „Aeneas überbringt Dido die Waffen."

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