Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 84. (Budapest, 1996)

ROGGE, SABINE: Griechische Jäger im Museum der Bildenden Künste. Der attische Jagdsarkophag Budapest-Split

13. Sarkophag in Patras, Odeion; Vorderseite auf dem einen der beiden Sarkophage in Patras nur ein einziger Reiter bei der Löwen­jagd dargestellt ist, begegnen auf den anderen Stücken je zwei Reiter, die entweder ein Löwenpaar (Patras; Abb. 13) oder aber Löwe und Eber (Athen) jagen. 72 Eine mytholo­gische Jagdszene liegt hier sicher nicht vor, andererseits kann aber auch nicht von einer realistischen Jagdszene mit bürgerlichen Reitern die Rede sein. 73 Die Gesichter der Reiter - soweit erhalten - weisen keine Porträtzüge auf. Egal ob jugendlich oder bärtig, handelt es sich hier immer um Idealköpfe. Dies gilt auch für den bärtigen Eber­jäger auf der Schmalseite eines ungewöhnlichen Eroten-Sarkophages in Athen. 74 Wenn auch auf der anderen Schmalseite dieses Sarkophages der mythische Held Bellerophon dargestellt ist, so ist doch unser Reiter kaum als Heros zu deuten. Weder Meleager, noch Hippolytos - und nur diese beiden Helden käme für eine solche Szene in Frage ­werden auf attischen Sarkophagen jemals bärtig dargestellt. Die wohl alle im 3. Viertel des 2. Jhs. n. Chr. entstandenen Jagd-Sarkophage sind somit ambivalent; denn zum einen ist auf ihnen keine mythologische Szene dargestellt, zum anderen liegt aber auch keine wirklich individualisierte Szene aus dem bürgerli­chen Leben vor. Nun sind die wenigen Exemplare in einer Zeit entstanden, die in der 72 Motivisch eng mit diesen Jagd-Sarkophagen zu verbinden ist eine kleine Gruppe von Kentauren­Sarkophagen: Athen (NM 1184), Thessaloniki (Arch.Mus. 10.234), Marseille (Musée Borély), Kolocep: K-S (1982) 398 Taf. 423 (Exemplar in Thessaloniki); zum Exemplar in Kolocep vgl. auch Cambi, a.O. (Anm. 2 [1988]) 124 Nr. 29 Taf. XVIa.b und Zeichnung 6 auf S. 125; englisches Resümee auf S. 185. Hier sind im wesentlichen nur die Reiter gegen Kentauren ausgetauscht worden. Dieses schon bald als veraltet empfundene Motiv fand schließlich nur noch als Schmuck der Kastenrückseite Verwendung; vgl. den wohl um 180 n.Chr. entstandenen Achill-Sarkophag in St. Petersburg, Ermitage A 1026: Rogge (1995) Nr. 28 Taf. 40. 73 Die Löwenjagd ist schließlich kein alltägliches Ereignis; vgl. hierzu Andreae, a.O. (Anm. 60) 11. 74 Magazin bei der Akademie Piatons: K-S (1982) 380 Taf. 408. H. Wiegartz (in: Borchhardt, J., [Hrsg.], Myra [IstForsch 30, 1975] 197 Anm. 208; 216 Anm. 306) versteht diese Figur als bürgerlichen Reiter. Auch G. Koch schreibt dem Gesicht Porträtcharakter zu: K-S (1982) 380.

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