Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 82. (Budapest, 1995)
URSULA V. FISCHER PACE: Carlo Cesi als Zeichner
53. Carlo Cesi: Die Allegorie der Nacht. Rom, Palazzo Corcos Boncompagni befindliche Zeichnung (Abb. 51) als eigenhändig. 7 Dargestellt ist Flora, die einem Amor befiehlt, die Wolken zu zügeln. In der Zeichentechnik unterscheidet sich dieses Blatt erheblich von den bisher besprochenen Zeichnungen. Die Figuren sind in roter Kreide gezeichnet und mit dem Pinsel rot aquarelliert. Das Blatt ist quadriert, wohl zur Übertragung ins Fresko. Vannugli schließt eine Verbindung mit einem im Palazzo Colonna befindlichen, leider unzugänglichen Fresko nicht aus. Die alte Zuschreibung scheint trotz der so anderen Technik durchaus annehmbar. Der schräge Anschnitt der Gesichter, die aus einer kreisenden Linienführung etwickelten Figuren scheinen durchaus verwandt zu sein mit dem bisher Gesehenen. Schließlich gibt es noch eine Cesi zugeschriebene Zeichnung im Istituto Nazionale di Archeológia e Storia dell'Arte in Rom, die in Verbindung mit seinem Fresko in der Galleria Alexander's VII. im Quirinal steht, stilistisch allerdings von den bisher vorgestellten Zeichnungen abweicht. 8 Den Anlaß für meine Beschäftigung mit Carlo Cesi bot jedoch eine in Budapest bewahrte Zeichnung (Abb. 52) mit einer traditionellen Zuschreibung an Albani, die auf Grund der Meinung Philip Pounceys unter den Giovanni Baglione zugeschriebenen Zeichnungen geführt wird. 9 Dargestellt ist in einem Ovalfeld eine Allegorie der Nacht entsprechend den geläufigen ikonographischen Handbüchern, eine mit Mohnkapseln bekränzte, geflügelte Frau begleitet von ihren zwei schlafenden Kindern, Tod und 7 Flavio et alii, op.cit. 112, 31 D, rote Kreide, rötlich laviert, in roter Kreide quadriert, 255x332 mm, vol. 158-H-8 Fe 128415. 8 Ibid., 52, 9 D. 9 G. Baglione? Inv. 2433, Pinsel, braune Tinte, weiß gehöht, 211x425 mm.